Der US-Angriff auf Venezuela hat Rüstungsaktien neuen Auftrieb verschafft. Doch ein vergleichsweise kleiner US-Hersteller stellt alle anderen in den Schatten. Dabei lief es für den Militärzulieferer zuletzt nicht gut.
Der militärische Angriff auf Ziele in Venezuela sorgte für Bewegung in der Rüstungsbranche. In den USA legten die Aktien der US-Konzerne Lockheed Martin und Northrop Grunman um drei bis vier Prozent zu. Auch in Deutschland reagierten Rheinmetall, Renk und Hensoldt mit Kurszuwächsen zwischen sieben und acht Prozent.
Doch ein vergleichsweise kleiner Hersteller stellte alle anderen in den Schatten: Der US-Drohnenbauer Aerovironment zog um 16 Prozent an. Seit dem US-Angriff haben die Titel 27 Prozent zugelegt.
Das ist umso erstaunlicher, als die Titel nach einer Kursverdopplung im ersten Halbjahr 2025 seit Oktober wieder deutlich verloren haben. Vor allem der Shutdown der US-Regierung sorgte für enttäuschende Ergebnisse und einen eingetrüben Geschäftsausblick. Das vergraulte Investoren. Dabei waren die Zahlen an sich nicht schlecht, die Erwartungen aber schon sehr hoch.
So kletterte der Umsatz im zuletzt veröffentlichten zweiten Quartal auf 472 Millionen Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,44 Dollar sowohl hinter dem Vorjahreswert (0,47) als auch den Marktprognosen (0,76). Finanzvorstand Kevin McDonell sprach außerdem von einmaligen Kosten, die im Quartal verkraftet werden mussten. Das Quartal habe außerdem zusätzliche Herausforderungen für die bereinigte Bruttomarge gebracht.
Fazit
Der Markt erwartet offenbar, dass die USA ihre strategischen Interessen in Mittelamerika stärker militärisch und technologisch absichern könnten - und entsprechend Aufträge erteilen, wovon Aerovironment besonders profitieren könnte. Kürzlich erteilte Großaufträge des US-Militärs untermauern die These. Die Aktie bleibt dennoch hochspekulativ.