Der Elektronikkonzern und Speicherchip-Hersteller hat das abgelaufene Jahresviertel wohl mit neuen Rekordwerten bei Umsatz und Gewinn abgeschlossen. Während die Südkoreaner die Erwartungen schlagen, schnaufen die Anteilsscheine nach zuletzt starken Monaten heute auf ganz hohem Niveau durch.
Samsung Electronics ist ein äußert erfolgreicher Abschluss des Jahres 2025 gelungen. Mit ihrem Portfolio aus Smartphones, Fernsehern, Haushaltsgeräten, Tablets, Speicherchips und mehr setzten die Südkoreaner im Schlussquartal wohl etwa 93 Billionen Won (rund 55 Milliarden Euro) um, teilte der Konzern im Rahmen seiner kommunizierten Erwartungen mit.
Mit dem neuen Rekordwert hätte Samsung den Vorjahreszeitraum um fast 23 Prozent übertroffen und auch die Konsensschätzung der Analysten geschlagen, die bei etwa 90,5 Billionen Won (etwa 53 Milliarden Euro) lag.
Noch deutlich dynamischer entwickelte sich derweil der operative Gewinn: Samsung rechnet hier mit rund 20 Milliarden Won (etwa zwölf Milliarden Euro), ebenfalls ein neuer Höchstwert. Gegenüber der Vorjahresperiode (rund 3,8 Milliarden Euro) hätte sich der operative Überschuss damit mehr als verdreifacht. Analysten hatten im Vorfeld eine deutliche Verbesserung erwartet, im Schnitt aber nur elf Milliarden Euro auf dem Zettel gehabt.
Begehrte Speicherchips
Treiber der starken Entwicklung ist vor allem das Geschäft mit Speicherchips. Dabei spielt der Ausbau im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) hinein: KI-Beschleuniger von Entwicklern wie Nvidia nutzen Speicher mit hoher Bandbreite (High Bandwidth Memory, kurz HBM) für hohe Datenraten. Ein HBM-Chip setzt sich wiederum aus mehreren gestapelten DRAMs (dynamischer Arbeitsspeicher) zusammen. Normale DRAM-Speicher kommen beispielsweise in Computern, Smartphones, Spielekonsolen oder Servern zum Einsatz.
Der Boom rund um Infrastruktur für KI hat die Nachfrage nach HBM-Chips enorm angefacht. Samsung dominiert den Markt zusammen mit SK Hynix und Micron. Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Produktionen für das laufende Jahr sind bereits verkauft, Preise sind deutlich gestiegen. Dass sich Hersteller auf die lukrativen HBM-Chips fokussieren, führt bei regulären DRAM-Speichern sowie bei Flash-Speichern (NAND) zu knappen Kapazitäten und in der Folge auch zu deutlich gestiegenen Preisen.
Angriff mit HBM4
Während das Speichergeschäft bei Samsung mit zu dem kräftigen Gewinnsprung führte, will der Konzern bei HBM-Chips angreifen: Im Frühjahr startet die Massenproduktion der nächsten Generation HBM4. Von Nvidia erhielt Samsung zuletzt positive Signale bezüglich der Verifizierung der Speicherchips für den Einsatz in Nvidias kommender Generation von Grafikprozessoren (GPUs) mit dem Codenamen „Rubin“.
Auch beim Halbleiterkonzern Broadcom stieß der HBM4 offenbar auf positive Resonanz und könnte so in den KI-Beschleunigern verbaut werden, die Broadcom zusammen mit der Google-Mutter Alphabet entwickelt hat.
Rally auf Rekordhoch
Bei der Aktie sorgen die in Aussicht gestellten Rekordwerte bei Umsatz und operativem Ergebnis heute für wenig Bewegung. In Frankfurt geben die Papiere ganz leicht ab. Dem ging allerdings eine massive Kursrally auf ein neues Rekordhoch voraus: Auf Sicht eines Jahres hat sich der Kurs etwa verdoppelt, allein seit dem Dämpfer Anfang April steht ein Plus von rund 125 Prozent.
Fazit
Das Geschäft entwickelte sich zuletzt vor allem rund um Chips stark. Für das laufende Jahr werden weiter hohe Preise erwartet. Dazu birgt der HBM4-Chip die Chance, Marktanteile zurückzugewinnen. Detaillierte Ergebnisse für Schlussquartal und Gesamtjahr wird Samsung am 29. Januar vorlegen. Während das Papier stark gelaufen ist, halten Anleger angesichts der weiter guten Aussichten an dem Titel fest.