Versicherungskonzerne setzen immer stärker auf den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI). Jetzt hat die Allianz eine Kooperation mit dem US-Anbieter und Open-AI-Rivalen Anthropic vereinbart. Nicht allen gefällt das.

Zum Jahresauftakt 2026 hat die Allianz eine Kooperation mit dem US-KI-­Anbieter Anthropic vereinbart und damit ein wichtiges Zeichen gesetzt. Der DAX-­Konzern soll damit zum europäischen Referenzkunden für den OpenAI-­Rivalen aus San Francisco werden. Allianz-Chef Oliver Bäte zufolge sollen mit der Partnerschaft „zentrale KI-Herausforderungen in der Versicherungswirtschaft angegangen werden“. Laut Anthropic-CEO Dario Amodei „stellt die Versicherungsbranche besonders hohe Anforderungen an den Einsatz von KI, denn Entscheidungen können Millionen von Menschen betreffen“.

Die Zusammenarbeit bezieht sich einer Pressemeldung zufolge auf drei Bereiche. So sollen die Allianz-Mitarbeiter die KI-Systeme von Anthropic unter anderem für Recherche, Analyse und den Zugriff auf interne Daten nutzen können, unter Einbeziehung der „Claude“-Sprachmodelle von Anthropic.

Die Kooperation erstreckt sich zudem auf den Einsatz sogenannter agentenbasierter KI zur Automatisierung von Prozessen. Das betrifft beispielsweise Dokumentenerfassung und Schadenbearbeitung in der Kfz- und Krankenversicherung. Dritter Schwerpunkt ist Compliance, also regulatorische Anforderungen. Dort würden KI-Systeme entwickelt, die Daten und Entscheidungen protokollierten und mit den regulatorischen Anforderungen abglichen.

Beide Unternehmen machten keine Angaben zum konkreten Volumen der Kooperation. Der große Umfang zeige aber die Wichtigkeit der Partnerschaft, heißt es. Anthropic baut so nicht nur die Präsenz in Europa weiter aus, sondern fügt bereits bestehenden Partnerschaften mit Firmen wie Accenture, Deloitte und Snowflake eine weitere hinzu.

Fazit

Versicherungskonzerne wie Allianz oder die Munich-Re-Tochter Ergo sehen KI als Chance zur Effizienzsteigerung und zur Entlastung von Routineaufgaben. Auch bei Versicherungskunden soll die Bereitschaft für AI-gestützte Prozesse zugenommen haben, vor allem bei Routineaufgaben. Bei wichtigen Entscheidungen etwa in der Schadenregulierung herrscht aber weiterhin großes Misstrauen der Kunden gegenüber KI. Beim KI-Einsatz empfehlen Assekuranz-Experten deshalb Hybridmodelle mit klaren Governance-Strukturen.

Allianz (WKN: 840400)

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Allianz.