Die Milliardensummen, die Alphabet in KI-taugliche Rechenzentren pumpt, machen die Börse nervös. Auch der Halbleiter-Hersteller AMD bekommt den Druck des KI Hypes zu spüren. Nachdem das Unternehmen die hohen Erwartungen der Marktteilnehmer beim Ausblick nicht erfüllen konnte, rauscht der Titel nach unten.
Die Google-Mutter Alphabet treibt den Wettlauf um die Führung bei künstlicher Intelligenz (KI) mit einer historischen Investitionsoffensive voran. Der Konzern plant in diesem Jahr Ausgaben von 175 bis 185 Milliarden Dollar und verdoppelt damit fast das ohnehin hohe Budget des Vorjahres. Analysten hatten im Schnitt nur mit rund 115 Milliarden gerechnet.
Das Geld soll vor allem in Server und Rechenzentren für künstliche Intelligenz fließen. Damit setzt Alphabet neue Maßstäbe in Sachen KI: Die Facebook-Mutter Meta investiert „nur“ bis zu 135 Milliarden Dollar, der Online-Händler Amazon dürfte in diesem Jahr rund 147 Milliarden ausgeben, erwarten Experten. Die Börse zweifelt aber derzeit, ob sich diese gigantischen Summen in absehbarer Zeit auszahlen.
Die Alphabet-Aktie reagierte nachbörslich volatil, obwohl der Tech-Riese im Schlussquartal 2025 besser abgeschnitten hatte als erwartet. Besonders das Cloud-Geschäft legte mit einem Plus von 48 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar rasant zu. Aber auch das Werbegeschäft läuft weiterhin stark.
Die Gesamterlöse des Konzerns stiegen um 18 Prozent auf 113,8 Milliarden Dollar. „Unsere KI-Investitionen und unsere Infrastruktur treiben das Umsatzwachstum in allen Bereichen“, sagte Vorstandschef Sundar Pichai gegenüber Analysten.
Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Gewinn von fast 34,5 Milliarden Dollar, knapp 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Analysten bekräftigten ihre Kaufempfehlungen.
Gleichzeitig geriet AMD massiv unter Druck. Der Titel rutschte im US-Handel zweistellig ab, nachdem der Ausblick des Halbleiterherstellers für das erste Quartal hinter den Erwartungen blieb. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatz von 9,8 Milliarden Dollar, plus oder minus 300 Millionen. Analysten hatten 9,38 Milliarden erwartet.
Zwar übertraf AMD im Schlussquartal die Prognosen und profitierte von der starken Nachfrage nach KI-Prozessoren. Doch unerwartete Umsätze mit den MI308-Ki-Beschleunigern in China, die Analysten nicht auf dem Zettel gehabt hatten, ließen das Wachstum nicht ganz so überzeugend wirken. Dennoch zeigen sich die Experten optimistisch. Bank of America erhöhte sogar das Kursziel von 260 auf 280 Dollar.
Fazit
Derzeit verzeiht die Börse nicht einmal den kleinsten Zweifel. Anleger sollten sich auf höhere Schwankungen vorbereiten.
Enthält Material von dpa-AFX