Die großen Tech-Konzerne stecken Hunderte von Milliarden in den Ausbau von Rechenzentren - und bei diesem Unternehmen platzt das Auftragsbuch

Das US-Unternehmen Vertiv profitiert kräftig davon, dass große Technologiekonzerne Milliarden in den Ausbau ihrer Rechenzentren stecken. Denn dort werden nicht nur leistungsstarke Computerchips gebraucht: Die Anlagen benötigen auch eine stabile Stromversorgung und leistungsfähige Kühlsysteme. Genau solche Technik liefert Vertiv für Rechenzentren und Unternehmensnetzwerke.

Wie stark die Nachfrage derzeit ist, zeigt sich bei den Bestellungen: Sie haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt. Zu den Kunden des Unternehmens zählen laut S&P Global Market Intelligence unter anderem Alphabet, Microsoft, Nvidia und Amazon. Vertiv-Chef Giordano Albertazzi sieht den Boom noch lange nicht am Ende: „Wir befinden uns mitten im größten Infrastrukturausbau unserer Geschichte – und er beschleunigt sich noch.“ Die Anforderungen an Rechenzentren veränderten sich schneller denn je, sagte er. „Vertivs Rolle bei diesem Ausbau wächst weiter.“

Das zeigen auch die Zahlen für das dritte Quartal. Der Umsatz stieg auf 4,31 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 3,76 Milliarden Dollar gerechnet. Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 2,21 Dollar – ein Plus von 78 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Markterwartung lag bei 1,82 Dollar je Aktie.

Der kräftige Auftragseingang und das starke Quartal geben dem Management Rückenwind für den Ausblick. Für 2026 rechnet Vertiv nun mit einem Umsatz von 14,45 bis 14,85 Milliarden Dollar. Zuvor hatte die Spanne bei 13,8 bis 14,2 Milliarden Dollar gelegen. Beim bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie stellt das Unternehmen 7,10 bis 7,20 Dollar in Aussicht. Das entspräche einem Zuwachs von 69 bis 71 Prozent und läge über der Analystenschätzung von 6,73 Dollar.


An der Börse kam die Prognoseerhöhung gut an, die Vertiv-Aktie sprang um über 15 Prozent nach oben. Vertiv  bietet digitale Infrastruktur für Unternehmen, Rechenzentren und Telekommunikationsnetze. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Systeme zur Stromversorgung, Kühlung und Überwachung, die dafür sorgen, dass wichtige IT-Anlagen zuverlässig und ohne Unterbrechung laufen. Mit dem wachsenden Bedarf an Cloud-Diensten und künstlicher Intelligenz gewinnen Vertivs Lösungen zunehmend an Bedeutung.


Fazit

Nach dem Kurssprung hat die Aktie schon viel Vorschusslorbeeren erhalten. Doch der aktuelle KI-Boom schafft weiteren Rückenwind. Ein Kursrücksetzer ist eine Einstiegschance