Seit Monaten geht es mit der Aktie bergab – und die Talfahrt beschleunigte sich noch mal, als Konkurrent Pfizer Mitte Oktober seine Prognosen für das Gesamtjahr um neun Milliarden Dollar zusammenstrich. Denn Covid-Impfstoffe, Booster und Medikamente zur Behandlung einer Corona-Infektion sind kaum noch gefragt. Die Zahlen zum dritten Quartal von Moderna spiegelten das deutlich wider.

Der Verlust belief sich auf minus 9,53 US-Dollar je Aktie – deutlich mehr als Analysten erwartet hatten: Diese waren minus 1,932 US-Dollar ausgegangen. Im Vorjahreszeitraum hatte Moderna 2,53 US-Dollar Gewinn je Aktie erzielt.

Umsatz besser als gedacht

Den Quartalsumsatz bezifferte Moderna auf 1,83 Milliarden US-Dollar, immerhin besser als erwartet: Die Prognosen hatten bei 1,38 Milliarden US-Dollar gelegen. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch 3,36 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Moderna bekräftigte die aktuelle Jahresprognose von mindestens sechs Milliarden Dollar Umsatz mit dem Corona-Impfstoff Spikevax, gab aber keine Spanne dafür an. Im August hatte der Konzern noch von einem Umsatzziel von sechs bis acht Milliarden Dollar gesprochen.

Unter dem Strich verbuchte Moderna ein Verlust von 3,6 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr hatte der US-Konzern eine Milliarde Dollar Gewinn erzielt.

Neuer Impfstoff soll es richten

Der große Hoffnungsträger ist ein neuer RSV-Impfstoff, der 2024 zugelassen werden soll. Zusammen mit Spikevax soll er im kommenden Jahr für Einnahmen in Höhe von vier Milliarden Dollar sorgen.

Außerdem wird an einem Kombi-Impfstoff gearbeitet, der vor Grippe und Covid-19 schützen soll. Das Präparat befindet sich in der finalen Studienphase.

Impfen gegen Krebs

Darüber hinaus setzt der Biotech-Konzern insbesondere auf personalisierte Krebs-Impfungen. Gemeinsam mit dem Partner Merck läuft derzeit eine Phase-3-Studie, in der ein maßgeschneiderter Krebsimpfstoff bei Lungenkrebs getestet wird. Außerdem sollen im Laufe dieses Jahres Zwischenergebnisse für eine Impfstoffbehandlung bei Melanompatienten vorlegen. Für Aufsehen sorgte vor wenigen Wochen auch die Meldung, dass die Amerikaner mit dem Krebsspezialisten Immactics aus Tübingen zusammenarbeiten. Das Ziel der potenziell milliardenschweren Kooperation ist, innovative Krebs-Impfstoffe auf mRNA-Basis zu entwickeln. Vor allem aber mit dem RSV-Impfstoff hofft, den Umsatz im nächsten Jahr wieder steigern zu können. Das Präparat soll vor dem Humanen Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) schützen, das bei den meisten Menschen erkältungsähnliche Symptome verursacht, für Babies und ältere Menschen aber sogar tödlich sein kann. Marktforschern zufolge könnte der Gesamtmarkt für RSV-Impfstoffe bis 2029 ein Volumen von neun Milliarden Dollar erreichen – derzeit wird es auf etwa eine Milliarde Dollar beziffert.

Modernas RSV-Impfstoff zum Einsatz bei älteren Erwachsenen wurde vor kurzem zur Zulassung bei der US-Behörde FDA eingereicht, allerdings dürfte sich das Verfahren noch einige Monate hinziehen. Die Konkurrenz war schneller: Die Impfstoffe von GSK und Pfizer sind bereits zugelassen.

Moderna Inc (WKN: A2N9D9)

Fazit

Die Börse strafte die Quartalszahlen heftig ab. Das Unternehmen sieht sich 2025 wieder auf Wachstumskurs, Analysten sind sogar noch pessimistischer und gehen von 2027 aus. Ein Investment drängt sich derzeit nicht auf.