Die Eskalation in Nahost treibt den Ölpreis nach oben, Analysten bewerten den gesamten Öl- und Militär-Sektor neu. €uro am Sonntag stellt sieben Titel vor, auf die Anleger jetzt zugreifen.

Die geopolitische Lage spitzt sich weiter zu, und an der Börse positionieren sich Investoren neu. Viele Analysten überarbeiten ihre Einschätzungen. Zu den Gewinnern zählen ausgewählte Aktien im Rüstungssektor, aber auch große Energie- und Ölkonzerne. €uro am Sonntag stellt sieben aussichtsreichste Titel vor.

1  Totalenergies 

Energie ist einer der günstig bewerteten Sektoren in Europa. Der französische Energie- und Ölkonzern Totalenergies zählte gestern zu den stärksten Kursgewinnern im EuroStoxx 50. JP Morgan empfiehlt, jetzt auf Unternehmen mit großem Ölpreis-Hebel zu setzen, und nennt dabei  neben Totalenergies, Shell und Galp  auch den italienischen Öl- und Energiekonzern Eni. 

2  Eni 

Der italienische Energiemulti konnte am Montag ebenso wie Totalenergies europaweit am kräftigsten zulegen. Eni-Aktien seien bei Ölpreisen von 70 Dollar und mehr je Barrel im Branchenvergleich günstig, hieß es bei JP Morgan. Deutliche Kursgewinne verzeichneten auch die Branchenriesen BP und Shell. Citigroup-Analyst Alastair Syme ist der Ansicht, dass Anleger derzeit auf eine starke Bewertungsgrundlage bei Ölaktien vertrauen können - unabhängig von Ölpreissprüngen.

3  ConocoPhillips 

Der US-Ölkonzern zählte am Montag an der Wall Street zu den stärksten Profiteuren im Ölsektor. Goldman Sachs hat das Unternehmen gestern in seine US-Favoritenliste neu aufgenommen.

4  BAe Systems

Die Aktie des britischen Triebwerks- und Rüstungskonzerns legte am Montag mehr als sechs Prozent zu und markierte ein neues Rekordhoch. Innerhalb von drei Jahren hat sich der Aktienkurs mehr als verzehnfacht. BAe liefert unter anderem die Infrarot-Zielerfassung der Lenkflugkörper in Raketenabwehrsystemen der US-Armee, für die es derzeit enorme Nachfrage gibt. Der US-Geschäftsanteil bei BAe Systems beträgt über 50 Prozent. 

5  Hensoldt 

Der Sensor- und Radarsysteme-Spezialist aus dem MDAX zählte mit Kursgewinnen von mehr als fünf Prozent zu den größten Gewinnern an der Frankfurter Börse. Hersteller von Raketenabwehrsystemen dürften laut Citigroup von der derzeitigen Lage am meisten profitieren. Dazu zählt Citigroup unter anderem die Systeme Iris-T SLM der deutschen Hersteller Diehl und Hensoldt sowie das System Skyranger von Rheinmetall.

6  Leonardo 

Der italienische Branchenführer produziert militärische Fluggeräte sowie elektronische Überwachungssysteme. Größter Gewinner im italienischen Rüstungssektor.

7  RTX

Der US-Rüstungskonzern entstand 2020 aus der Fusion der Branchenfirmen Raytheon und United Technologies und entwickelt unter anderem Flugzeugtriebwerke, Raketen, Luftverteidigungssysteme, Drohnen und Cybertechnologien. Zählte gestern an der Wall Street zu den stärksten Kursgewinnern. Die Aktie hat seit Jahresbeginn 45 Prozenht zugelegt.

Fazit

Wegen der Zuspitzung der Lage im Nahen Osten haben Analysten ihre Bewertungsmodelle für Branchen überarbeitet, die direkt oder indirekt von der militärischen Eskalation betroffen sind. Neben dem starken Ölpreisanstieg wird dabei auch die Entwicklung des Euro-Dollar-Kurses einbezogen. Sollte sich die geopolitische Lage wieder beruhigen, könnte es bei einzelnen Titeln zu Gewinnmitnahmen und Kursrückgängen kommen. US-Banken wie JP Morgan und Morgan Stanley sehen aber gerade aufgrund der Kursturbulenzen derzeit viele Kaufchancen für längerfristig orientierte Anleger.

TotalEnergies (WKN: 850727)