Der Lebensmittelkonzern spürt ein herausforderndes Marktumfeld und stellt sich in den kommenden Monaten auf weiter schwierige Geschäfte ein. Das Management versucht, mit verschiedenen Maßnahmen gegensteuern. Ein Schritt: Die Ausschüttung an die Aktionäre wird deutlich zurückgefahren. Aktie gibt nach 

Bekannt ist der Nahrungsmittelkonzern vor allem für seine Suppen in der markanten, rot-weißen Dose. Zum Sortiment gehören aber auch Saucen, Nudelgerichte, Bohnen in der Dose, Fertiggerichte und Snacks. 

Zuletzt kämpften die US-Amerikaner mit schwierigeren Geschäften. Im Schlussquartal des Geschäftsjahres (bis 2. August) sank der Umsatz im Jahresvergleich um acht Prozent. Organisch (ohne Berücksichtigung von Portfolioveränderungen, Wechselkurseffekten oder einer möglichen zusätzliche Woche im Berichtszeitraum) stand ein Rückgang um ein Prozent. Unter dem Strich fiel ein Verlust an, der auf bereinigter Basis ausgewiesene Gewinn büßte ein. 

Das Gesamtjahr verlief ähnlich: Der Umsatz ging um fünf Prozent zurück, organisch sank er um zwei Prozent. Der bereinigte Gewinn knickte 27 Prozent auf 2,17 Dollar je Aktie ein. Beide Werte lagen noch im Rahmen der im März gesenkten Prognose. Höhere Kosten in der Herstellung und entlang der Lieferketten drückten auf die Marge. Hinzu kamen Effekte wie Zölle.  

Keine Frage, unsere Ergebnisse sind nach wie vor inakzeptabel

Mick Beekhuizen, CEO von Campbell's

Konzern will gegenzusteuern

Konzernchef Mick Beekhuizen bezeichnete die Ergebnisse als „inakzeptabel“ und konstatierte: „Unsere Leistung ist nicht dort, wo sie sein müsste, und wir ergreifen entschiedene Maßnahmen, um sie zu verbessern“. Diese sollen zu Besserungen bei Wachstum, Marge und Verschuldung führen. 

Auf dem Plan steht unter anderem eine stärkere Fokussierung im zuletzt schwächelnden Snack-Geschäft und schnellere Reaktion auf Präferenzen von Konsumenten. Dazu sollen bis zum Geschäftsjahr 2030 insgesamt Einsparungen von 500 Millionen Dollar realisiert werden. Zu einem kürzlich abgeschlossenen Personalabbau kündigte das Management die Schließung von zwei Produktionsstätten für Snacks an. 

Deutlich weniger für Aktionäre

Durch den Kursrückgang lockte Campbell’s mit einer hohen Dividendenrendite. Um den Schuldenabbau voranzutreiben, wird die Ausschüttung deutlich gekürzt. Der Konzern kündigte eine Quartalsdividende von 0,25 Dollar pro Aktie an, im Gesamtjahr sollen es entsprechend dann ein Dollar (etwa 0,86 Euro) werden. Dies entspricht einer Reduzierung um 36 Prozent gegenüber der Ausschüttung zuletzt. 

Weiter schwieriges Geschäft

Für das Anfang August begonnene Geschäftsjahr 2027 stellt sich der Vorstand auf weiter schwierige Geschäfte ein, erwartet einen Umsatzrückgang zwischen zwei und vier Prozent. Weiter hohe Kosten für Rohstoffe, Verpackung und Transport sowie Aufwendungen für Marketing und Vertrieb werden den Gewinn belasten. Campbell’s stellt einen bereinigten Überschuss zwischen 1,65 bis 1,80 Dollar je Aktie in Aussicht, zum abgelaufenen Geschäftsjahr ein Rückgang zwischen 17 und 24 Prozent.

Campbell's (WKN: 850561)

Aktie knickt ein

Mit Blick auf Zahlen, Ausblick und Dividendenkürzung zeigen Anleger weiterhin keinen Appetit. Im Tradegate-Handel büßte das Papier zeitweise über zehn Prozent ein und nähert sich wieder dem im April erreichten Mehrjahrestief bei etwa 17 Euro. 

Fazit

Die Dividendenkürzung schmerzt so manchem Anleger wohl, ist mit Blick auf die Gewinnentwicklung zuletzt und die Erwartung für den neuen Berichtszeitraum aber nachvollziehbar. Zudem ist die Rendite durch das tiefe Kursniveau noch immer ordentlich. Darüber hinaus will der Vorstand seinen Fokus damit auch stärker auf den Abbau der Verschuldung richten. Die Zahlen für das abgelaufene Jahr entsprachen der gesenkten Prognose, dazu will der Konzern nun Maßnahmen zur Besserung ergreifen. Diese brauchen Zeit, wie auch der Ausblick für das neue Jahr zeigt. Ein Einstieg drängt sich aktuell nicht auf.