Hugo-Boss-Großaktionär Frasers Group hat für den Modehersteller ein Übernahmeangebot vorgelegt. Die Briten erhöhen den Druck. Der Aktie könnte das Aufwärtspotenzial bis zu den Höchstständen von 2023 verschaffen.

Der Bekleidungskonzern Frasers Group will beim schwäbischen Modehersteller Hugo Boss das Ruder übernehmen. Dazu haben die Briten, die bereits 26 Prozent halten, am Mittwoch nach Börsenschluss ein freiwilliges Übernahmeangebot in Höhe von 38 Euro je Aktie vorgelegt. Hugo Boss zähle „zu den fünf wichtigsten Marken innerhalb der Gruppe“, erklärte die Frasers Group, die dem britischen Milliardär Mike Ashley gehört.

Die Offerte gilt für alle Aktien, die Frasers nicht besitzt. Der Gesamtwert der Offerte liegt bei zwei Milliarden Euro. Der Modekonzern wird dabei mit insgesamt 2,7 Milliarden Euro bewertet. Eine Mindestannahmeschwelle hat die Offerte nicht. Die Hugo-Boss-Aktie legte nach der Offerte deutlich zu.

Laut Hugo Boss war das Gebot nicht mit der Gesellschaft abgestimmt. Man werde das Angebot prüfen und eine Stellungnahme abgeben. Frasers selbst erklärte, man verfüge über zahlreiche weitere Kaufoptionen für Hugo-Boss-Aktien, mit denen man über die Schwelle von 30 Prozent kommen könne.

Zwischen dem Großaktionär und der Führungsspitze von Hugo Boss hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder Differenzen gegeben. Ende vergangenen Jahres hatte Frasers dem Aufsichtsratschef Stephan Sturm sogar das Vertrauen entzogen. Zuletzt hat sich Frasers allerdings wieder hinter Sturm und seine Konzernpolitik gestellt. Bei dem Modeunternehmen läuft bereits eine Restrukturierung, um die Effizienz zu verbessern und „nachhaltiges, profitables Wachstum“ zu ermöglichen.

Fazit

Mit der Offerte, die lediglich einen Aufschlag von vier Prozent zum Xetra-Schlusskurs beinhaltet, will Investor Mike Ashley nach Einschätzung von Branchenkreisen zunächst die 30-Prozent-Schwelle bei Hugo Boss überschreiten. Über Derivate kontrollieren die Briten weitere Anteile und können weiter aufstocken. Ashley drängt bei Hugo Boss im Stil eines aktivistischen Investors auf weitere Kostensenkungen und Effizienzgewinne. Auch ein Private-Equity-Deal erscheint möglich. Die Hugo-Boss-Aktie, die sich innerhalb von drei Jahren fast halbiert hat, hat vor diesem Hintergrund deutliches Aufwärtspotenzial um bis zu 90 Prozent bis zu den Höchstständen bei 75 Euro vor drei Jahren.

Hugo Boss (WKN: A1PHFF)

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Hugo Boss.