Die Bundeswehr will ihre Kommunikation sicherer machen - und setzt dabei auf einen vertrauten Partner. Dessen Aktie legt einen Kurssprung hin

Der IT-Sicherheitskonzern Secunet steht vor einem Großauftrag. Medienberichten zufolge plant die Bundesregierung, die Kommunikationsnetze der Bundeswehr mit neuer Verschlüsselungstechnik zu modernisieren  und dabei auf das Unternehmen mit Sitz in Essen zu setzen. Die Aktie hat die Berichte mit einem Kurssprung quittiert. Grundlage der Berichte ist eine Vorlage des Bundesfinanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestags. Demnach soll ein bestehender Vertrag mit Secunet erweitert werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. 




Dass bei der Verschlüsselung der Bundeswehr-Kommunikation auf ­Secunet zurückgegriffen wird, ist allerdings keine Überraschung. Der SDAX-Konzern entwickelt unter anderem die SINA-Produktfamilie, mit der Behörden, Streitkräfte und Unternehmen vertrauliche und klassifizierte Daten sicher verarbeiten, übertragen und speichern können. Zu seinen wichtigsten Kunden zählen öffentliche Institutionen, darunter Bundeswehr, Bundes­ministerien und internationale ­Organisationen. 

Im Mittelpunkt des Bundeswehrauftrags stehen Produkte und Dienst­leistungen der SINA-Architektur. Der geplante Vertrag soll über vier Jahre laufen und neben der Lieferung von Verschlüsselungstechnik auch den Aufbau, die Wartung, Softwarepflege, Schulungen und Instandsetzung umfassen. Das Grundvolumen wird mit rund 1,3 Milliarden Euro angegeben. Insgesamt könnte der Gesamtwert auf etwa 1,7 Milliarden Euro steigen. Erste Bestellungen im Umfang von mehr als 100 Millionen Euro könnten ab 2027 erfolgen. 

Fazit

Wie groß der Auftrag ist, zeigt sich, wenn man das Auftragsvolumen ins Verhältnis zum gesamten Umsatz setzt: Über die vorgesehene Laufzeit von vier Jahren verteilt, würde das maximale Vertragsvolumen rechnerisch durchschnittlich 418 Millionen Euro pro Jahr betragen. Das entspräche mehr als vier Fünftel des für 2026 erwarteten gesamten Jahresumsatzes. Trotz des kräftigen Kurssprungs bleibt die Aktie ein Kauf.