Der Anbieter von Haarfarben, Pflegeprodukten und Kosmetik strebt auf das Börsenparkett. Vor dem geplanten milliardenschweren Börsengang wächst der Umsatz, dazu gelingt dem Unternehmen die Rückkehr in die Gewinnzone. Andere Einzelheiten lassen Wella und sein bisheriger Eigentümer aber zunächst noch offen.
Die Wella Company hat bei der US-Börsenaufsicht SEC ihr IPO (Initial Public Offering) beantragt. Das Unternehmen will an der New York Stock Exchange an die Börse gehen. Der genaue Zeitplan steht noch nicht fest. Das Angebot soll „so bald wie möglich nach Wirksamwerden dieser Registrierungserklärung“ erfolgen. Letztendlich dürfte der Zeitpunkt dann auch vom Marktumfeld abhängen.
Wie viele Anteile zu welchem Preis angeboten werden sollen, ließ Wella noch offen. Die IPO-Erlöse, deren Höhe noch nicht feststeht, will das Unternehmen verwenden, um einen Teil seiner bestehenden Verbindlichkeiten zurückzuzahlen. 2020 kaufte der Finanzinvestor KKR einen Anteil von 60 Prozent an Wella, der Rest verblieb beim Kosmetikkonzern Coty. Nach Angaben der beiden Konzerne erfolgte die Transaktion damals zu einem Enterprise Value (Marktkapitalisierung plus Schulden, abzüglich liquider Mittel) von 4,3 Milliarden Dollar.
Ursprung in Sachsen
Die Wurzeln der Wella Company gehen auf das Jahr 1880 zurück. Franz Ströher gründete in Sachsen ein Unternehmen, das Haartüll herstellte, mit dem Perücken befestigt werden. Heute vertreibt die Wella Company in mehr als 100 Ländern vor allem Produkte für Haarfarbe und -pflege, außerdem Nagellack und Nagelpflege sowie technische Geräte.
Zum Bereich Haarfarben und -pflege gehören Marken wie Wella, Clairol, Koleston und Londa. Hinzu kommen Nagellacke und Pflegeprodukte der Marke OPI. Unter der Marke ghd vertreibt das Unternehmen technische Geräte wie Glätteisen, Lockenstäbe oder Haartrockner.
Rückkehr in die schwarzen Zahlen
Im Geschäftsjahr 2026 (bis Ende Juni) setzte Wella rund 2,94 Milliarden Dollar um, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Wachstum von 9,2 Prozent. Davon blieb ein Nettogewinn von 62,3 Millionen Dollar, im Geschäftsjahr 2025 standen noch fast neun Millionen Dollar Verlust. Nach eigenen Angaben wuchs der Umsatz währungsbereinigt mittlerweile 22 Quartale in Folge. Die Fortsetzung dieser Serie verantwortet seit April Calvin McDonald als CEO. Bis Ende Januar führte dieser noch den Sportartikelkonzern Lululemon.
Die Marke Wella Professionals generierte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von über einer Milliarde Dollar. Mit den Premium-Haarfarben und Pflegeprodukten dieser Marke richtet sich das Unternehmen auch an professionelle Salons. Zusammen mit den Marken „Sebastian Professional“ und „Nioxin“ steuerte der Bereich „Professional Hair“ insgesamt 56 Prozent des Konzernumsatzes bei. In Kombination mit Marken für Endverbraucher wie Wella und Clairol entfallen rund drei Viertel der Erlöse auf Haarfarbe und -pflege. Nagellacke und -pflege der Marke OPI (acht Prozent) und die technischen Geräte (16 Prozent) sind kleinere Segmente.
Regional sind die Umsätze verteilt: EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) und APAC (Asien-Pazifik) standen zuletzt zusammen für 61 Prozent der Erlöse, Nord- und Südamerika für 39 Prozent. Rund ein Viertel der Konzernerlöse wurde in den USA erzielt.
Erneute Veränderung
Die Wella Company wechselte in der Vergangenheit mehrfach den Besitzer, war zeitweise ganz oder teilweise im Besitz des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble und des Kosmetikkonzerns Coty. 2020 kaufte KKR eine Mehrheitsbeteiligung an Wella. Im vergangenen Jahr sicherte sich der Finanzinvestor auch die restlichen Anteile.
Fazit
Das Unternehmen bezeichnet sich als weltweit größten reinen Hersteller von Haar- und Nagelpflegeprodukten. Der Markt für seine Produkte soll nach eigenen Angaben zwischen 2025 und 2029 im Schnitt um 5,6 Prozent pro Jahr wachsen. Wichtige Details zum Börsengang sind noch offen, allen voran die Bewertung sowie die Frage, wie viele Anteile der Eigentümer KKR abgibt. €uro am Sonntag wird die Börsenpläne weiter verfolgen.