Die UBS wertet zur Bewertung der Nvidia-Aktie ihre HOLT-Plattform an. Das Ergebnis ist kaum zu glauben
Die Schweizer Großbank UBS wendet zur Bewertung von Aktien die HOLT-Plattform an. Damit verfolgt die Bank einen Ansatz, der sich bewusst von traditionellen Bewertungsmethoden abgrenzt. Im Mittelpunkt steht nicht der Gewinn, sondern die Frage, wie viel echtes Geld ein Unternehmen im Verhältnis zu seinem eingesetzten Kapital erwirtschaftet. Diese Kennzahl, bekannt als Cash Flow Return on Investment (CFROI), soll ein realistischeres Bild der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit liefern.
Im Fall von Nvidia führt dieser Ansatz zu einem Ergebnis, das selbst Branchenkenner überrascht. „Wir glauben, dass der Aktienkurs um 400 Prozent höher sein sollte“, zitiert der Finanzdienst Motley Fool den Leiter der Technologieanalyse bei HOLT in den USA, John Talbott. Das entspräche einem Börsenwert von Nvidia von über 22 Billionen US-Dollar . „Das ist eine große Zahl, die Investoren erst einmal verdauen müssen“, räumt Talbott ein.
Der Grund für diese drastische Abweichung liegt in der außergewöhnlichen Profitabilität, die das HOLT-Modell bei Nvidia misst. Während ein durchschnittliches nicht-finanzielles Unternehmen einen CFROI von etwa 6 Prozent erzielt, kommt Nvidia auf rund 73 Prozent. Damit gehört der Konzern zu den besten 0,1 Prozent der etwa 20.000 Unternehmen in der HOLT-Datenbank. Für Talbott ist das ein historischer Ausreißer: „Wir haben so etwas noch nie gesehen – es ist unglaublich“, so Talbott.
Ein wesentlicher Unterschied des HOLT-Ansatzes besteht darin, dass er Verzerrungen der Rechnungslegung systematisch herausrechnen möchte. Bilanzierungsregeln, Abschreibungen oder auch aktienbasierte Vergütungen können das Bild eines Unternehmens erheblich beeinflussen, ohne dessen tatsächliche wirtschaftliche Stärke widerzuspiegeln. Indem HOLT diese Effekte bereinigt und sich auf den Cashflow konzentriert, entsteht eine Perspektive, die stärker an der ökonomischen Realität liegen soll.
Fazit
Der HOLT-Ansatz ist eine Möglichkeit, den KI-Überflieger aus einer anderen Bewertungsperspektive zu betrachten. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass an der Börse die Zukunft zählt und eine sinkende Marge oder verstärkter Wettbewerbsdruck schnell für andere Ergebnisse sorgen kann. Allerdings zeigt sich auch, dass die Nvidia-Aktie durchaus Potenzial aufweist und die aktuelle Bewertung nicht zwangsläufig übertrieben ist.
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.