Analysten rechnen mit bis zu 40 Prozent Kurspotenzial: Der größte deutsche Börsenbetreiber will die spanisch-britische Fondsplattform Allfunds für 5,3 Milliarden Euro übernehmen.
Damit bahnt sich die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte an. Der DAX-Konzern wolle damit sein Geschäft um Fonds-Dienstleistungen erweitern und weiter internationalisieren, heißt es. Die Deutsche Börse bietet bei der Transaktion in bar, eigenen Aktien und einer Dividende insgesamt 8,80 Euro je Allfunds-Aktie.
Die bisherigen Großaktionäre, der Finanzinvestor Hellman & Friedman (36,1 Prozent) und die größte französische Bank BNP Paribas (12,8 Prozent) wollen ihre Anteile an die Deutsche Börse verkaufen. 49 Prozent der Anteile seien bereits angedient worden, die Schwelle liegt bei 75 Prozent.
Die Aktie der Deutschen Börse legte am Donnerstag zum Handelsauftakt rund drei Prozent zu und damit stärker als der Gesamtmarkt. Die Analysten von JP Morgan haben nach Bekanntwerden des Deals ihre Kaufempfehlung für die Deutsche-Börse-Aktie mit einem Kursziel von 298 Euro bestätigt. Damit trauen sie der Aktie ein Aufwärtspotenzial von rund 40 Prozent zu. Durch die Fondsplattform sei mit einem Gewinnbeitrag im hohen einstelligen Prozentbereich zu rechnen. Jefferies bestätigte seine „Halten"-Empfehlung bei einem Kursziel von 240 Euro. Der Deal sei sinnvoll für den Börsenbetreiber, schaffe Synergien und werde deshalb am Markt gut ankommen.
Allfunds bietet Handelsdienstleistungen und Analysetools für die Fondswirtschaft an. Das verwaltete Vermögen der Plattform wird auf 1,7 Billionen Euro beziffert. Kommt die Transaktion zustande, wäre es die größte Übernahme in der Geschichte der Deutschen Börse. Die bislang größte Transaktion war 2023 die Übernahme des dänischen Softwareanbieters Simcorp für 3,9 Milliarden Euro.
Fazit
Die Deutsche-Börse-Aktie hatte seit Mai 2025 einen schweren Stand, als sie ein 52-Wochen-Hoch bei 294 Euro markierte. Seitdem ging es rasant bergab, bis am 18.11.2025 ein Tief bei 201 Euro erreicht wurde. Am Donnerstag notierten die Titel bei 215 Euro. Die Analysten der Deutschen Bank sehen bei diesem Kursniveau eine günstige Einstiegsgelegenheit und 30 Prozent Aufwärtspotenzial. Die Deutsche Börse legt ihren Zwischenbericht am 11. Februar vor.