Der Optikspezialist steigt zum 23. März in den MDAX auf. Das hat einige Marktteilnehmer offenbar überrascht. Die Aktie legte am Donnerstag bereits kräftig zu. Was noch drin ist, wann Rücksetzer drohen.

Die Jenoptik-Aktie hatte in den vergangenen sechs Monaten bereits 75 Prozent gutgemacht. In der Woche vor der Indexentscheidung geriet sie wegen der Marktturbulenzen um den Nahostkonflikt unter Druck.

Am Mittwochabend teilte der Deutsche-Börse-Indexanbieter Stoxx mit, dass Jenoptik am 23. März zusammen mit dem Motorenbauer Deutz, dem Stahlkonzern Salzgitter aus dem SDAX in den MDAX aufsteigen wird. Teamviewer, Fielmann und Carl Zeiss Meditec verlassen im Gegenzug das Nebenwertesegment. Im DAX ändert sich nichts. Die Lufthansa verpasste den Wiederaufstieg nur knapp.

Nach Bekanntwerden kletterte die Jenoptik-Aktie am Donnerstag bis zu sieben Prozent. Ein Händler bezeichnete den Wiederaufstieg als „kleine Überraschung“. Der Kursanstieg kommt jedoch nicht überraschend. Denn die Aktie folgt dabei einem üblichen Muster. Indexfonds beginnen sich noch vor dem eigentlichen Termin bei dem Titel zu positionieren, einige spekulative Investoren springen auf. Typischerweise treibt das einen designierten Aufsteiger am Tag der Bekanntgabe um drei bis acht Prozent.

Am Tag vor der tatsächlichen Aufnahme, am 22. März, könnte es dann noch einen technischen Effekt geben, weil Indexfonds/ETF die Aktie tatsächlich kaufen. Das bringt in der Regel nochmal ein bis vier Prozent Kursplus.

Fazit

Am Tag nach der Aufnahme nimmt der Kaufdruck wieder ab, es könnte auch zu Gewinnmitnahmen kommen. Viele Aktien fallen dann wieder etwas zurück, es kommt zu einer Konsolidierung. In den Monaten nach dem Indexaufstieg liegt die Aktie oftmals im einstelligen Bereich im Minus. Wichtig: Ist die Aktie langfristig aussichtsreich, kann sie danach trotzdem kräftig steigen. Ein gutes Beispiel für dieses Muster lieferte der Rüstungszulieferer Renk, der im März 2025 in den MDAX aufgenommen wurde.


Jenoptik (WKN: A2NB60)