Als im Frühjahr 2023 die amerikanische Private-Equity-Firma Silver Lake das Darmstädter Unternehmen Software AG übernahm, hieß es noch, die Eigenständigkeit der Hessen solle erhalten bleiben. Inzwischen sieht die Sache anders aus.

Weitere Bereiche zu verkaufen?

Nachdem bereits zwei Kernsparten an IBM verkauft wurden, sollen einem Medienbericht zufolge weitere Geschäftsbereiche folgen. Software AG habe Wettbewerber und Investoren aufgefordert, Gebote für seine Sparten Trend Miner (Datenanalyse für die Industrie) und Cumulocity (Software für Anwendungen im Internet der Dinge) abzugeben, berichtete das "Handelsblatt" und berief sich auf Finanzkreise.

Dem Bericht zufolge sollen auch Optionen für den Bereich der Software zur Unternehmensarchitektur-Visualisierung sowie für die Tochter Aris geprüft werden. Aris ist auf Software für Prozess-Visualisierung spezialisiert.

Altgeschäft bleibt übrig

Übrig bleiben würde nach dem Verkauf der digitalen Angebote noch das so genannte Legacy-Geschäft mit Adabas (Datenbank-Managementsysteme für Großrechner) und der Software-Entwicklungsumgebung Natural. Unter „Legacy“ versteht man ältere Software-Technologien oder IT-Anwendungen, die zwar nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand, aber so fest in den Abläufen einer Firma etabliert sind, dass sie nur mit großem Aufwand ausgetauscht werden könnten.

Software AG (WKN: A2GS40)

Noch keine offizielle Bestätigung

Bislang gibt es keine Bestätigung für die Informationen. Doch es wäre nicht das erste Mal, dass ein Finanzinvestor über den Verkauf der Einzelteile eines Unternehmens Kasse macht.

Unsichere Zukunft

Fraglich ist, wie das 1969 gegründete Software-Haus ohne sein zukunftsträchtiges Digital-Business konkurrenzfähig bleiben soll. Schließlich gelten die im so genannten Super iPaaS-Geschäft zusammengefassten Bereiche streamSets und webMethods, die nun für 2,13 Milliarden Euro an IBM gehen, als Kronjuwelen der Darmstädter.

Delisting kommt

Sicher ist hingegen, dass Silver Lake das Darmstädter Unternehmen von der Börse nehmen will. Den verbliebenen Aktionären wurde am 18. Dezember ein Delisting-Angebot über 32 Euro je Aktie gemacht. Die Annahmefrist beträgt vier Wochen.

Fazit

Die Aktie reagierte mit einem Sprung nach oben auf die Zerschlagungsgerüchte. Eine gute Gelegenheit, den Aufschlag zum Übernahmeangebotspreis von 32 Euro je Aktie mitzunehmen.