Indischer Tech-Konzern Persistent überrascht mit Kaufofferte für IT-Dienstleister. Rund 100 Prozent Aufschlag auf Schlusskurs von Freitag.
Die Aktie des IT-Dienstleisters Nagarro hat am Montag einen Kurssprung von rund 78 Prozent hingelegt, nachdem das indische Unternehmen Persistent Systems am Freitag nach Börsenschluss eine Kaufofferte vorgelegt hat. Die Inder bieten 81 Euro je Nagarro-Aktie. Das entspricht einem Aufpreis von rund 100 Prozent zum Schlusskurs von Freitag. Nagarro wird dabei mit rund einer Milliarde Euro bewertet.
Die Nagarro-Aktie kletterte am Montag zum Handelsauftakt rund 78 Prozent auf 77,10 Euro und lag damit unterhalt des Gebots. Bereits am Freitag hatte der Kurs über 20 Prozent angezogen. Persistent will mindestens die Hälfte der Anteile erwerben. Bedingung der Offerte ist eine Mindestannahmequote von 50 Prozent plus eine Aktie. Rund 21 Prozent der Anteile hat sich das indische Unternehmen von der Gründerfamilie bereits gesichert. Die Nagarro-Aktie stand in den vergangenen Monaten stark unter Druck.
Vorstand und Aufsichtsrat von Nagarro stehen der Offerte positiv gegenüber. Sie haben mit Persistent bereits ein Business Combination Agreement abgeschlossen. Den Aktionären soll die Annahme des Angebots empfohlen werden. Die Offerte steht noch unter Kartell- und Aufsichtsvorbehalt.
Persistent will mit Nagarro seine Präsenz in Europa weiter ausbauen, insbesondere im Bereich KI und Digital Engineering, und seine Kundenbasis global vergrößern. Durch den Zusammenschluss soll ein Unternehmen mit einem Gesamtjahresumsatz von 2,9 Milliarden Dollar und 46000 Mitarbeitern entstehen, das in 40 Ländern tätig ist.
Fazit
Der Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A) boomt – weltweit, in Europa, vor allem aber in Deutschland. Laut aktuellen Daten von Goldman Sachs hat sich der Wert der Transaktionen bei deutschen Unternehmen im ersten Halbjahr 2026 (Mitte Juni) auf 152 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Für Kursfantasie sorgte zuletzt auch die zwei Milliarden schwere Kaufofferte der britischen Frasers Group für den schwäbischen Bekleidungskonzern Hugo Boss AG.