Die US-Zwischenwahlen bringen eine Sensation hervor: Die Demokraten haben sowohl den Senat als auch das Repräsentenhaus erobert. Was das für die Aktien in den kommenden zwölf Monaten bedeutet. 

Ein wahrer Wahl-Tsunami ist bei den Zwischenwahlen über die USA gefegt und hat die Republikaner deutlich geschwächt. Die Demokraten haben mit dem Senat und dem Repräsentantenhaus beide Kammern des Kongresses erobert und kontrollieren damit den gesamten Kongress. Präsident Donald Trump steht damit vor einer geteilten Regierung – einem demokratisch kontrollierten Kongress und einem republikanischen Weißen Haus. Das dürfte die politischen Auseinandersetzungen in den verbleibenden zwei Jahren von Trumps Amtszeit verschärfen. 

Der Machtwechsel im Kongress könnte außerdem die politische Agenda der Regierung bremsen. Große Gesetzesvorhaben zu Steuern, Ausgaben oder Deregulierung dürften schwerer durchzusetzen sein, während demokratische Ausschüsse voraussichtlich mehr Kontrolle und Untersuchungen der Regierung anstreben. Auch Haushaltsverhandlungen und die Schuldenobergrenze könnten zum Streitpunkt werden. Eine solche Blockade kann kurzfristig Unsicherheit schaffen; zugleich könnte sie die Verabschiedung zusätzlicher ausgabensteigernder Maßnahmen erschweren. Welche Wirkung überwiegt, hängt von den konkreten Verhandlungen ab. 

Aber was bedeutet das für US-Aktien? Eine Auswertung des Forschungsinstituts  Retirement Researcher betrachtet die durchschnittliche Jahresrendite des S&P 500 von 1926 bis 2023 unter vier politischen Konstellationen. Die Kategorien unterscheiden danach, welcher Partei der Präsident angehört und ob diese Partei beide Kammern des Kongresses kontrolliert:

- Republikanischer Präsident, republikanische Mehrheit in Repräsentantenhaus und Senat: eine Einheitsregierung der Republikaner. Der S&P 500 erzielte in den 13 betrachteten Jahren durchschnittlich 14,52 Prozent pro Jahr.

- Demokratischer Präsident, demokratische Mehrheit in beiden Kammern: eine Einheitsregierung der Demokraten. In 36 Jahren lag der Durchschnitt bei 14,01 Prozent.

- Demokratischer Präsident, mindestens eine Kongresskammer unter republikanischer Kontrolle: eine geteilte Regierung. In 15 Jahren betrug der Durchschnitt 16,63 Prozent.

- Republikanischer Präsident, mindestens eine Kongresskammer unter demokratischer Kontrolle: ebenfalls eine geteilte Regierung. In 34 Jahren lag der Durchschnitt bei 7,33 Prozent.

Die jetzige Lage – ein republikanischer Präsident und demokratische Mehrheiten in beiden Kammern – gehört zur vierten Kategorie. Damit ist historisch betrachtet die neue Konstellation zwar für die Aktienmärkte diejenige mit der geringsten Jahresrendite. Dennoch können Anleger mit einer positiven Entwicklung bei den Aktien rechnen.