Mit starken vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 kann Nemetschek im aktuell schwachen Marktumfeld nicht überzeugen: Die Aktie des MDAX‑Konzerns verliert am Vormittag rund zwei Prozent.

Dabei hat der Münchner Software-Spezialist ein wichtiges Etappenziel erreicht: Erstmals überstieg der Jahresumsatz die Marke von einer Milliarde Euro. Nach vorläufigen Zahlen legten die Erlöse um fast 20 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro zu, auch dank der Übernahme des US‑Anbieters GoCanvas.

Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 23,3 Prozent auf 371,1 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich auf 31,2 Prozent. Damit erfüllte das auf Bau- und Mediensoftware spezialisierte Unternehmen sowohl seine Profitabilitätsziele als auch die im Sommer angehobene Umsatzprognose.

Auch im Schlussquartal setzte sich das Wachstum fort: Die Erlöse erhöhten sich um knapp zwölf Prozent auf 325,3 Millionen Euro, getragen vom anhaltend robusten Bau-Segment. Die operative Marge erreichte 32,9 Prozent.

Konzernchef Yves Padrines blickt entsprechend zuversichtlich nach vorn. Die zunehmende Digitalisierung der Bauwirtschaft und neue KI‑Anwendungen eröffneten "erhebliche zusätzliche Wachstumspotenziale". Finale Zahlen sowie die Prognose für 2026 will Nemetschek am 19. März vorlegen.

Die Aktie bleibt derweil weiter unter Druck. Erst kürzlich war der Kurs auf den niedrigsten Stand seit November 2023 gefallen. Auf Sicht von zwölf Monaten hat das Papier etwa ein Drittel an Wert eingebüßt.

Dabei hatte erst vor drei Tagen die US‑Bank JPMorgan ihre Einschätzung geändert und Nemetschek mit einem Kursziel von 110 Euro von „untergewichten“ auf „übergewichten“ hochgestuft. Die Aktie rückte sogar in die „Analyst Focus List“ auf und wurde als einer der europäischen Softwarefavoriten genannt. Mit ihrer positiven Einschätzung hatte die Bank einen Erholungsversuch ausgelöst, der aber nur von kurzer Dauer war.

JPMorgan bleibt unterdessen weiter zuversichtlich, die Experten attestierten dem Unternehmen währungsbereinigt ein besseres Umsatzwachstum als erwartet, auch wenn die Marge leicht hinter den Annahmen zurückblieb.

Nemetschek (WKN: 645290)

Fazit

Im Sommer 2025 hatte Nemetschek sogar als potenzieller DAX-Aufsteiger gegolten, seither hat sich der Kurs halbiert. Dennoch ist die Bewertung immer noch relativ hoch. 

Enthält Material von dpa-AFX