Der Autozulieferer Aumovio kooperiert jetzt mit dem Rüstungsunternehmen Hensoldt.

Während die deutsche Automobilindustrie mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat, boomen die deutschen Rüstungsunternehmen. Das hat nun dazu geführt, dass der im MDAX gelistete Autozulieferer Aumovio mit dem ebenfalls im MDAX gelisteten Rüstungsunternehmen Hensoldt zusammenarbeitet. Beide Konzerne haben eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, um Beschäftigten von Aumovio neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.


Während es bei Aumovio nämlich zu Entlassungen kommt, sucht Hensoldt dank des boomenden Geschäfts neue Mitarbeiter und baut seine Kapazitäten deutlich aus. 2025 wurden rund 1.200 neue Mitarbeiter eingestellt; für 2026 plant das Unternehmen etwa 1.600 weitere Neueinstellungen. Besonders stark wachsen die Standorte Ulm, Oberkochen/Aalen sowie Immenstaad am Bodensee.

„Die Nachfrage nach moderner Verteidigungstechnologie wächst derzeit sehr stark, und damit auch unser Bedarf an hochqualifizierten Ingenieurinnen und Ingenieuren. Viele Kompetenzen aus der Automobilindustrie – etwa in Systementwicklung, Software oder Elektronik – passen hervorragend zu den Technologien, die wir entwickeln. Die Kooperation mit Aumovio schafft eine echte Perspektive für Fachkräfte in der Region – und ist zugleich für beide Seiten vorteilhaft“, zitiert die entsprechende Pressemitteilung den Hensoldt-Chef Oliver Dörre

Dabei handelt es sich um ein Modell, dass zunehmend in der deutschen Unternehmenslandschaft populär wird: Rüstungsunternehmen greifen auf Kapazitäten der kriselnden Autoindustrie zu, wie es etwa Rheinmetall macht und beim Personal mit Continental kooperiert. Oder aber die Auto-Unternehmen steigen selbst aktiv ins Verteidigungsgeschäft ein wie etwa Schaeffler, dass seinen Rüstungsbereich kräftig ausbauen will. Schaeffler fertigt seit Jahren etwa Lager für Militärflugzeuge und Teile für Hubschrauber der US-Armee. Das allerdings in sehr geringem Maße - und hat bisher nur homöopathisch zum Gesamtumsatz beigetragen..

Fazit

Für die kriselnde deutsche Autoindustrie bringt die Kooperation mit Rüstungsunternehmen neue Chancen. Allerdings sind die Volumina der Zusammenarbeit derzeit (noch) zu klein, um einen stärkeren Einfluss auf die Aktienkurse zu haben.