Rheinmetall (WKN: 703000)

Die Nachfrage nach Rüstungsgütern ist groß. Am Mittwoch eröffnete Rheinmetall ein neues Werk für Artilleriemunition in Niedersachsen. Nicht die einzige Neuigkeit vom Rüstungsriesen, die dem Aktienkurs neuen Schwung verleihen könnte.

Mit dem neuen Werk festigt der Konzern seine Position als stärkster Hersteller von 155-Millimeter-Geschossen in der westlichen Welt. Sie werden derzeit vor allem von der Ukraine gebraucht, zu deren wichtigsten Lieferanten Rheinmetall zählt. Die Serienproduktion im niedersächsischen Unterlüß soll demnächst starten und schrittweise hochgefahren werden, von 25.000 Schuss in diesem Jahr auf 350.000 Schuss 2027. Dann will Rheinmetall insgesamt 1,5 Millionen solcher Geschosse herstellen.

Am Standort Unterlüß in der Lüneburger Heide ist das Unternehmen schon lange präsent. Der Produktionsbereich war bislang allerdings eher klein, neben Munition wird dort auch der Schützenpanzer Puma gefertigt. Unterlüß verfügt zudem über ein kilometerlanges Schießgelände. Zur Eröffnung des neuen Werks wurden am Mittwochnachmittag neben Konzernchef Armin Pappberger Vizekanzler Lars Klingbeil, Verteidigungsminister Boris Pistorius und Nato-Generalsekretär Mark Rutte erwartet.

Doch nicht nur aus Unterlüß gibt es Neuigkeiten von Rheinmetall. Eine weitere Munitionsfabrik soll in Bulgarien entstehen, derzeit werden Verhandlungen mit der dortigen Regierung geführt. Außerdem laufen Gespräche mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin über die Produktion von Raketen in Deutschland. Das bestätigte der Europa-Chef von Lockheed, Dennis Goege. Dabei handelt es sich um taktische Raketen mit großer Reichweite vom Typ ATACMS (Army Tactical Missile System) und Hellfire, die in Deutschland gefertigt werden könnten.

Marinegeschäft im Visier

Neben dem Geschäft mit großkalibrigen Waffen, Landsystemen, Kommunikation und Software könnte Rheinmetall künftig auch im Marinesektor tätig werden. Man befinde sich derzeit in Verhandlungen mit Partnern, erklärte Konzernchef Pappberger unlängst, verwies aber gleichzeitig auf die Verpflichtung zur Geheimhaltung. Immerhin verriet er: „Wir glauben, dass wir auch im Marinebereich ein wirklich großes Geschäft aufbauen können.“ Angeblich laufen Gespräche um eine Übernahme des zur Lürssen-Gruppe gehörenden Marineschiffbauers NVL Group in Bremen.

Die Aktie konsolidiert derzeit nach ihren vorangegangenen extremen Kursgewinnen. Analysten bleiben jedoch mehrheitlich positiv für sie gestimmt. Elf empfehlen, den Wert weiterhin zu kaufen, ledglich zwei plädieren auf Halten. Die Kursziele reichen bis 2.250 Euro hinauf.