Die Aktie von Heidelberger Druck legt einen Kurssprung hin, nachdem das Unternehmen angekündigt hat, in das Geschäft mit militärischen Drohnen einzusteigen.

Heidelberger Druckmaschinen hat einen strategisch bedeutenden Schritt in Richtung Verteidigungs‑ und Sicherheitstechnologie gemacht. Zusammen mit dem US‑amerikanischen und israelisch geprägten Technologieanbieter Ondas Autonomous Systems (OAS) – einer Tochter der Ondas Holding Inc. – und über seine eigene Tochtergesellschaft HD Advanced Technologies GmbH (HDAT) gründet Heidelberg das Gemeinschaftsunternehmen ONBERG Autonomous Systems. In diesem Joint Venture soll die Entwicklung, Integration, Produktion und Vermarktung autonomer Drohnenabwehr‑ und Sicherheitslösungen vorangetrieben werden. Dabei halten die Partner die Anteile: Ondas 51 Prozent und Heidelberg 49 Prozent.  

Das JV will langfristig als „One‑Stop‑Shop“ für autonome Drohnenabwehrsysteme fungieren und somit eine Marktlücke beim Schutz kritischer Infrastrukturen, Grenzen und nationaler Sicherheitssysteme in Europa schließen. Dazu gehören Überwachungs‑ und autonome Sicherheitslösungen, die sowohl in zivilen als auch in militärischen Bereichen eingesetzt werden können. „Europa steht vor der dringenden Aufgabe, kritische Infrastrukturen, militärische Einrichtungen und zivile Vermögenswerte vor den sich entwickelnden Drohnenbedrohungen zu schützen. Durch ONBERG kombinieren wir amerikanisch‑israelische Hightech-Verteidigungsinnovationen mit deutscher industrieller Kapazität und präziser Fertigung““, zitiert die entsprechende Pressemitteilung Ondas-Chef  Eric Brock.




Ein Schwerpunkt des Joint Ventures ist der Ausbau des Standorts Brandenburg an der Havel in Deutschland zu einem Kompetenzzentrum für autonome Sicherheitstechnik und Drohnenabwehr. Dort sollen nicht nur Vertrieb und Integration, sondern mittelfristig auch die lokale Produktion und industrielle Fertigung auf Basis europäischer Lieferketten etabliert werden. Die Partner wollen damit eine europäische Souveränität bei Schlüsseltechnologien schaffen und die Abhängigkeit von außereuropäischen Systemen verringern.

Für Heidelberg ist dies Teil einer breiteren strategischen Neuausrichtung. Das Unternehmen, lange bekannt vor allem für Druckmaschinen, hat bereits im vergangenen Jahr begonnen, sich im Verteidigungssektor breiter aufzustellen, zum Beispiel durch eine strategische Partnerschaft mit dem deutschen Rüstungszulieferer Vincorion Advanced Systems zur Entwicklung sicherheitskritischer Energiesysteme. Diese Vorarbeit legte die Basis für den Einstieg in autonome Drohnentechnologien und verdeutlicht Heilbergers Absicht, sich über das klassische Druckgeschäft hinaus breiter aufzustellen. "Für Heidelberg ist das Joint Venture der logische nächste Schritt in der strategischen Erweiterung unseres Dual-Use-Geschäfts“, womit der Heidelberg-Chef Jürgen Otto sowohl die zivile als auch die militärische Nutzung meint. 

Fazit

Durch die Kombination aus US‑israelischer Drohnentechnologie und deutscher Präzisionsfertigung kann ONBERG schnell marktfähige Lösungen liefern, die den steigenden Anforderungen an moderne Sicherheitsarchitekturen gerecht werden. Gleichzeitig nutzt Heidelberg seine industrielle Erfahrung, um Produkte nicht nur zu entwickeln, sondern auch in hoher Stückzahl zu produzieren. Sollte sich der Markt für autonome Sicherheitslösungen weiter dynamisch entwickeln, könnte das JV zu einem wichtigen  Akteur in Europa werden und der Aktie von Heidelberger Druck auf die Sprünge helfen.