Mit einem Kurssprung von fast fünf Prozent feiert die Börse einen Zwischensieg des dänischen Offshore-Windexperten Ørsted: Das Unternehmen darf an einem wichtigen Projekt in den USA weiterarbeiten. Es geht um den Windpark Revolution Wind vor der Küste Rhode Islands, der fast fertig ist.
Im Dezember 2025 hatte US-Regierung um Präsident Donald Trump angeordnet, alle Arbeiten an dem Projekt einzustellen. Die Behörden hatten auf angebliche nationale Sicherheitsbedenken verwiesen, die das Pentagon festgestellt habe, und gleich für fünf große Offshore-Windprojekte einen Baustopp für 90 Tage angeordnet.
Ørsted hatte daraufhin Klage eingereicht und vor „massivem Schaden“ für das Projekt gewarnt, das bereits fünf Milliarden Dollar gekostet habe. Richter Royce Lamberth folgte nun dieser Argumentation und äußerte deutliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Regierungsentscheidung.
Mit dem Urteil darf Ørsted die Bauarbeiten nun wieder aufnehmen. Das Unternehmen hofft nach einigen herausfordernden Jahren auf Stabilisierung. In politischer Hinsicht dürfte diese aber ausbleiben, jedenfalls in den USA: Beobachter warnen, dass Washington neue Wege suchen könnte, um Offshore-Windprojekte auszubremsen.
Michael Field von Morningstar erklärte gegenüber dem US-Sender CNBC, die Entscheidung des US-Richters sei zwar eine gute Nachricht für Unternehmen wie Ørsted und den dänischen Turbinenbauer Vestas, warnte aber vor zuviel Euphorie. Es bleibe abzuwarten, ob Trump einen Weg finde, das Urteil zu umgehen oder auf anderem Wege gegen diese Firmen vorzugehen, so der Experte. Der Präsident ist bekanntlich kein Freund der Windenergie, sondern bevorzugt klar fossile Energieträger.
Revolution Wind soll nach der Fertigstellung Hunderttausende Haushalte in den US-Bundesstaaten Rhode Island und Connecticut mit sauberem Strom versorgen.
Fazit
Die Papiere des Offshore-Spezialisten haben sich zwar in den letzten Monaten leicht erholt, dennoch bleibt das US-Geschäft eine riskante Baustelle. Anleger halten sich fern.