Ein von neun Euro auf 13 Euro deutlich angehobenes Kursziel der Citi zusammen mit einer bestätigten Kaufempfehlung rücken heute Vormittag die Aktie von Schaeffler in den Fokus. Die Analysten bescheinigen dem MDAX-Wert damit ein Aufwärtspotenzial von rund 40 Prozent.
In der Studie verweisen die Experten auf strukturelle Verbesserungen im Kerngeschäft: Im Bereich E-Mobilität hätten sich Trends beschleunigt, Margenschwankungen seien zurückgegangen. Auch die mittelfristigen Chancen in der Robotik sowie das neu erschlossene Weltraum- und Rüstungsgeschäft wurden positiv bewertet.
Kurzfristige Kurstreiber sieht die Bank allerdings nicht mehr. Immerhin hat Schaeffler ausgehend vom Jahrestief im März in der Spitze über 80 Prozent zugelegt.
Dabei haben die Franken, die bislang hauptsächlich als Automobilzulieferer bekannt sind, zuletzt für reichlich Aufsehen gesorgt.
Ende Mai kündigte das Unternehmen eine Kooperation mit dem US-Satellitenbetreiber Spire Global an: Beide Firmen wollen bis Ende des Jahrzehnts ein europäisches Raumfahrt-Hardware- und Missionsgeschäft aufbauen, mit einem angestrebten Umsatz von 250 Millionen Euro bis 2030. Man sei offen für weitere Partnerschaften mit Firmen aus der Raumfahrt-Branche, hieß es aus Herzogenaurach.
Die Meldung bescherte der Aktie ein deutliches Kursplus. Dass Weltraum an der Börse derzeit ein kräftiges Zugpferd ist, zeigt auch der für Freitag geplante Börsengang von SpaceX: Das mehrere hundert Milliarden Dollar schwere Börsendebüt lenkt die Aufmerksamkeit der Investoren auf alles, was mit dem All zu tun hat. Schaeffler gehört zu den wenigen europäischen Börsenwerten mit Raumfahrt-Exposure.
Auch in Sachen Robotik macht das MDAX-Unternehmen ernst: Im April wurde eine strategische Partnerschaft mit Hexagon Robotics aus Zürich vereinbart. Gemeinsam entstehen Schlüsselkomponenten für humanoide Roboter; zugleich plant der Konzern, innerhalb von sieben Jahren rund tausend Hexagon-Roboter in den eigenen Werken einzusetzen. Bis 2035 will Schaeffler im Robotik-Segment einen Marktanteil von zehn Prozent erreichen.
Fazit
Schaeffler will sich von der kriselnden Autobranche unabhängiger machen und forciert den Umbau zum Technologiekonzern mit Ambitionen in Robotik, Rüstung und Raumfahrt. Noch dominiert aber das Autogeschäft, zudem neigte die Aktie zuletzt zu stärkeren Schwankungen.
Enthält Material von dpa-AFX