Inflationserwartung macht Hypotheken teurer und drückt die Kurse von Immo-Aktien
Der Immobilienmarkt ist auf ein Zinsniveau gestiegen, das er seit Mai 2011 nicht mehr gesehen hat. Seit Ende Juni haben die Zinssätze für Baufinanzierungen um 0,6 Prozent zugelegt und notieren jetzt bei 4,25 Prozent für zehnjährige Darlehen. Für Käufer und Bauherren bedeutet das etliche Tausend Euro Mehrkosten. Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Und sie basiert nicht allein auf der EZB, die den Leitzins unlängst um 25 Basispunkte erhöht hat.
Hypotheken mit der üblichen zehnjährigen Zinsbindung orientieren sich vor allem an den langfristigen Kapitalmarktzinsen. Genau dort aber spiegelt sich die Erwartung einer länger anhaltenden Inflation wider. Folge: Investoren verlangen für langfristige Kapitalanlagen mehr Rendite – und das schlägt sich eben auch bei den Immobilienzinsen nieder.
Diese Entwicklung drückt auch auf die Kurse von Immobilienaktien. Sie zählen im bisherigen Jahresverlauf zu den schwächsten Werten am deutschen Markt. Der Enteignungsschock nach der Berlin-Wahl tat ein Übriges. Die Schwäche ist aber kein allein deutsches Phänomen: In den USA sind Immobilien-Titel im Verhältnis zum S & P 500 auf das niedrigste Niveau aller Zeiten gefallen.