Der weltgrößte Vermögensverwalter sieht das Industriemetall Kupfer vor einem Superzyklus

Ebenso wie Gold und Silber schwächelt der Kupferpreis seit einigen Wochen. Vor rund einem Monat hatte er ein Rekordhoch markiert und konsolidiert derzeit. Der größte Vermögensverwalter der Welt bleibt dennoch hochgradig optimistisch für das Industriemetall: Blackrock geht davon aus, dass die Rohstoffe derzeit in einen neuen Superzyklus eintreten. 

Evy Hanbro, der globale Leiter für thematisches und sektorales Investieren bei den New Yorkern, macht dafür drei gleichzeitig wirkende Kräfte verantwortlich: den massiven Ausbau der Stromkapazitäten durch den Bedarf der KI, der den Rohstoffbedarf deutlich nach oben treibt, dazu die beschleunigte Elektrifizierung der Infrastruktur und Mobilität, welche die Nachfrage nach Industriemetallen erhöht. Und schließlich die jahrelang vernachlässigten Investitionen in Minen. Da zu wenig in Förderkapazitäten investiert wurde, fehlt es nun an ausreichendem Angebot.


Die Erschließung neuer Minen dauert in der Regel sieben bis 15 Jahre, so Hanbro. Das Angebot könne mithin auf absehbare Zeit kaum ausgeweitet werden – unab­hängig von der deutlich steigenden Nachfrage. Die strukturelle Knappheit des Kupfer­angebots dürfte den Preis daher langfristig stützen. Auch die Deutsche Bank bestätigt in einer aktuellen Analyse die positiven Aussichten für Kupfer. Die Analysten sehen bei dem roten Metall die historisch größte Knappheit seit den 1980er-Jahren. Neben Gold biete es derzeit das stärkste Chance-Risiko-Verhältnis.

Andere Marktbeobachter sprechen sogar von einer 50-Prozent-Chance für Kupfer. Schon im nächsten Jahr könnte der Preis auf 22.000 Dollar pro Tonne von derzeit unter 15.000 Dollar anziehen, so das Kalkül. Minenwerte wie Southern Copper (WKN: A0HG1Y) könnten daher momentan günstige Einstiegskurse bieten.