Funkfrequenzen sind in der Weltraumwirtschaft sehr begehrt und bieten Unternehmen strategische Vorteile. Was Anleger wissen müssen, erläutert Evelyn Chow, Portfoliomanagerin vom Vermögensverwalter Neuberger.
Funkfrequenzen gehören zu den knappsten Ressourcen der Weltraumwirtschaft: Sie sind begrenzt verfügbar und ihre Nutzung ist reguliert. Für den Ausbau des terrestrischen 5G-Mobilfunks konnten in den Jahren 2019 und 2020 große zusätzliche Frequenzbereiche im höheren Spektrum bereitgestellt werden. Die für die direkte Satellitenkommunikation mit Smartphones besonders geeigneten niedrigeren Frequenzen sind hingegen deutlich begrenzter. Bestehende Frequenznutzungsrechte werden daher immer wertvoller. Unternehmen wie EchoStar, Iridium und Ligado verfügen über solche Rechte, die für neue Satellitenkommunikationsdienste von erheblichem strategischem Interesse sind.
Wie begehrt diese Frequenzen sind, zeigen die zahlreichen Transaktionen im Satellitensektor. EchoStar hat Nutzungsrechte im Wert von insgesamt rund 42,6 Milliarden US-Dollar an AT&T und SpaceX zu verkaufen. AST SpaceMobile und Ligado haben eine langfristige Vereinbarung über die Nutzung von Frequenzen geschlossen, ohne dass Nutzungsrechte verkauft wurden. Oder es werden gleich ganze Satellitenbetreiber übernommen – wie etwa der Kauf von Inmarsat durch Viasat und Intelsat durch SES sowie die geplante Übernahme von Globalstar durch Amazon.
Für Investoren sind sowohl Unternehmen interessant, die bereits über Frequenznutzungsrechte verfügen, als auch solche, die sie sich durch Zukäufe sichern. Firmen wie SpaceX, Rocket Lab oder Amazon investieren gezielt in den Zugang zu knappen Frequenzen. Sie nutzen ihre finanziellen Ressourcen, um strategische Positionen aufzubauen, die Wettbewerber in absehbarer Zeit kaum erreichen können. Der Zugang zu geeigneten Funkfrequenzen bietet so einen erheblichen Wettbewerbsvorteil in der Raumfahrtwirtschaft.
Der Kommentar stammt von Evelyn Chow, Portfoliomanagerin beim US-Vermögensverwalter Neuberger Berman.