Kupfer, Nickel, Uran, Seltene Erden, Platin – ohne sie gibt es keine Energiewende, keine KI und keine modernen Verteidigungssysteme. Was das für Anleger bedeutet, erläutert Michel Saugné, Leiter der Kapitalanlage (CIO) beim Vermögensverwalter LFDE

Kupfer, Nickel, Uran, Seltene Erden, Platin – ohne sie gibt es keine Energiewende, keine KI und keine modernen Verteidigungssysteme. Hinter den großen technologischen Umwälzungen unseres Jahrhunderts verbirgt sich eine oft unterschätzte Realität: die Abhängigkeit von Materialien. Der Zugang zu strategischen Rohstoffen entscheidet auch über die wirtschaftliche, technologische und militärische Stärke von Staaten. 


Das Angebot kritischer Rohstoffe lässt sich jedoch nur langsam ausweiten. Neue Bergbauprojekte benötigen oft mehr als ein Jahrzehnt bis zum Produktionsstart. Zugleich sinken in bestehenden Minen die Erzgehalte. Steigende Kosten und Kapitalmangel erschweren den Ausbau zusätzlich. Exemplarisch für diesen Engpass ist Kupfer: Laut S & P Global könnte 2040 eine jährliche Versorgungslücke von rund zehn Millionen Tonnen entstehen, wenn das Angebot nicht deutlich wächst.


Für Anleger kommt es darauf an, jene Unternehmen zu finden, die auch unter schwierigen Bedingungen wettbewerbsfähig bleiben. Hochwertige Lagerstätten, finanzielle Disziplin und eine starke Position in der Wertschöpfungskette sind dafür entscheidend. Diese Anbieter können auch in Zeiten stabiler Preise Wert schaffen. Aktives Management kann bei der Auswahl den Unterschied machen. Denn der Sektor bleibt zyklisch und anfällig für operative Rückschläge. Eine wachsende Nachfrage allein garantiert noch keine attraktiven Renditen. 


Kritische und strategische Rohstoffe bieten langfristige Anlage­chancen. Um diese zu nutzen, sollten Anleger neben der Qualität der Vorkommen auch die wirtschaftliche Stärke der Unternehmen und die Bewertung ihrer Aktien im Blick behalten.

Der Kommentar stammt von  Michel Saugné, Chief Investment Officer beim französischen Vermögensverwalter LFDE