Am 15. April kommt es zum Showdown auf der Hauptversammlung von Banca Monte dei Paschi (MPS).
Es geht darum, ob der Firmenchef Luigi Lovaglio, der aus der Pleitebank einen hochprofitablen Finanzdienstleister formte, aus dem Unternehmen gedrängt wird. Auf der Kandidatenliste des Verwaltungsrats, die zur Abstimmung vorgelegt werden soll, ist er nicht vertreten. Und damit er zwischenzeitlich keine offizielle Stimme hat, wurde er seiner Ämter enthoben. Hinter den Kulissen dieser Aktion dürften die Familie Caltagirone und die Investmentfirma Delfin stehen, die zusammen rund 28 Prozent der Anteile halten. Offensichtlich gab es Differenzen um das Paket an Versicherungskonzern Generali. MPS hatte das Traditionshaus Mediobanca übernommen, das 13,2 Prozent an Generali hält. Im Februar legte Lovaglio einen ambitionierten Plan zur Eingliederung der Bank, zur Hebung hoher Synergien und vor allem auch für eine umfangreiche Kapitalrückführung vor. Dabei hätte der Anteil an Generali zur Disposition stehen können, was die Großaktionäre aber nicht wollen.
Die Entmachtung des Managers nehmen nicht alle hin. Die Investmentfirma PLT Holding, hinter der die Unternehmerfamilie Tortora steht, hat eine eigene Kandidatenliste aufgestellt, bei der Lovaglio Firmenchef bleiben würde. Zwar wird dem Engagement von PLT Holding mit einem Anteil von einem Prozent am Kapital wenig Chancen eingeräumt. Doch der Ausgang ist keinesfalls sicher. PLT glaubt, gerade bei Stimmrechtsberatern und Investmentfirmen Unterstützung finden zu können. Die Argumentation ist schlüssig. Lovaglio hat MPS erfolgreich geführt. Und er hat einen Plan, der für die Aktionäre bis 2030 Dividenden und Aktienrückkäufe von fast 60 Prozent des Börsenwerts vorsieht.