Was es mit den Börsenmonaten September und Oktober auf sich hat, erläutert Derivate-Experte Harald Gabel

Mark Twain hielt den Oktober für einen besonders gefährlichen Börsenmonat – allerdings nur zusammen mit den übrigen elf Monaten. Die Statistik ist weniger diplomatisch: Sie kennt nur einen klaren Verlierer, den September. Beim DAX ist der September seit 1959 mit einem durchschnittlichen Minus von 1,73 Prozent der schwächste Monat des Jahres. Jenseits des Atlantiks sieht es kaum besser aus: Der S&P 500 verliert langfristig durchschnittlich gut ein Prozent. Beim Nasdaq 100 fällt das Minus mit rund 0,35 Prozent zwar geringer aus, dennoch ist auch dort der September der schwächste Börsenmonat.

Obwohl der Oktober langfristig sogar eine positive Durchschnittsrendite aufweist, haftet ihm bis heute der Ruf eines Crash-Monats an. Zurückzuführen ist diese Wahrnehmung vor allem auf zwei spektakuläre historische Ereignisse. Am 19. Oktober 1987 brach der Dow Jones am „Black Monday“ um 22,6 Prozent ein – bis heute der größte Tagesverlust des Index. Beim Crash von 1929 verlor der Dow am 28. Oktober 12,8 Prozent und tags darauf weitere 11,7 Prozent.

Wer angesichts der saisonal schwierigen Phase das Risiko eines klassischen Investments reduzieren möchte, kann auf einen Discount-Call mit kurzer Laufzeit setzen. Interessant ist beispielsweise ein Produkt auf den Nasdaq 100 mit Basispreis 28.500 Punkte und Cap 29.500 Punkte. Zum Bewertungstag am 16. Oktober 2026 werden maximal zehn Dollar beziehungsweise 8,62 Euro ausgezahlt. Verharrt der Index bis dahin auf dem aktuellen Niveau von 29.433 Punkten, erzielen Anleger innerhalb von sechs Wochen immerhin rund 35 Prozent Kursgewinn. Steigt der Nasdaq 100 bis auf oder über den Cap, sind maximal 45 Prozent Gewinn möglich.

Der Kommentar stammt von Harald Gabel, Derivate-Experte und Jury-Mitglied "Deutscher Zertifikatepreis"