Es gibt Aktien, die an der Börse kaum wahrgenomen werden - und gerade deshalb günstig sind
In der öffentlichen Wahrnehmung ist Paul Hartmann durchaus vertreten. So sind etwa die Produkte zur Wundversorgung mit dem weißen Schriftzug auf blauem Grund in vielen Haushalten zu finden. Zur Gruppe gehören aber auch Pflege- und Gesundheitsprodukte, die unter der Marke Kneipp vertrieben werden. Dass die Gesellschaft (WKN: 747404) börsennotiert ist, dürfte weniger bekannt sein. Und das ist gerade in Umbruchphasen von Nachteil, weil es von Investoren wenig Unterstützung gibt.
Messbar ist das an der Kursentwicklung. Paul Hartmann war vor allem mit seinen Desinfektionsprodukten und weiterem Krankenhausbedarf während der Pandemie gut unterwegs. In der Folge flaute das Geschäft hingegen ab. Gleichzeitig hat das Unternehmen die Palette gestrafft und mit hohem Aufwand auch ein neues IT-System eingeführt. Die Folge: Die Gewinne gingen in den Keller, die Aktie folgte. Mittlerweile ist der Kurs auf einem tiefen Niveau angekommen.
Der Blick in die Kurshistorie zeigt: Kaufte man in der Vergangenheit zu aktuellen Kursen, konnte man kaum Geld verlieren, aber mehrmals den Einsatz verdoppeln. Deshalb ist der Börsenexot einen zweiten Blick wert. Das Unternehmen wird mit 750 Millionen Euro bewertet. Selbst aus dem durch Sonderkosten gedrückten Gewinn wird eine Dividende von acht Euro gezahlt, die Rendite liegt bei ordentlichen vier Prozent. Paul Hartmann setzt rund 2,45 Milliarden Euro um, schafft eine operative Rendite von über zehn Prozent. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass nach den Umbauarbeiten vom Betriebsertrag künftig mehr unterm Strich übrig bleiben wird. Weil die Aktie schon auf Basis des gedrückten Gewinnniveaus günstig ist, dürfte sie jedem Anstieg des Nettogewinns folgen.