Der Autokonzern BMW plant die Vereinheitlichung der Aktiengattungen und will die Vorzugsaktien eins zu eins in Stammaktien umwandeln
Die Münchner hatten die stimmrechtslosen Papiere nachträglich auf den Markt gebracht, um Mitarbeitern den Anteilskauf zu ermöglichen. Das hat sich für die gelohnt. Die Vorzugsaktien entwickelten sich besser als die stimmberechtigten Papiere. Werden Dividenden berücksichtigt, liegt das Plus auf Sicht von fünf Jahren bei 56 Prozentpunkten. Natürlich liegt das neben der etwas höheren Dividende daran, dass die Vorzüge lange weit unter den Stämmen notierten und nun eins zu eins umgewandelt werden.
Aber: Auch bei ähnlich gelagerten Transaktionen anderer Firmen gab es am Ende für die stimmberechtigten Papiere bei der Umwandlung keine Prämie. Und das ist theoretisch sogar noch zu wenig. Die Vorzugsaktionäre müssten nämlich eigentlich eine Prämie erhalten. Denn: Beide Aktiengattungen repräsentieren den gleichen Anteil am Unternehmen. Das heißt, dass in einem Zerschlagungsfall für beide der gleiche Erlös anfallen würde. Bis dahin kassieren die Vorzugsaktionäre aber eine höhere Dividende, also einen höheren Anteil am Gewinn. Wird das entsprechend diskontiert, liegt der Wert der Vorzüge eindeutig über dem der Stammaktien.
Anleger, die etwa überlegen, ob sie sich die Aktien von Autovermieter Sixt ins Depot legen wollen, sollten deshalb einen Blick auf die Vorzüge (WKN: 723133) werfen. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse hat das Stimmrecht keinen Wert. Dafür notiert die Vorzugsaktie bei einer höheren Dividendenberechtigung mit einem Abschlag von fast 25 Prozent. Ob hier eine Umwandlung kommen wird, lässt sich nicht sagen. Langfristig aber werden die Vorzüge das bessere Investment sein.