Schweiz erwägt Lockerung der Kapitalvorgaben für die UBS. Aktie hat seit Frühjahr bereits 40 Prozent zugelegt. Doch der eigentliche Durchbruch könnte erst noch bevorstehen.
Im Streit um strengere Kapitalvorgaben für die Schweizer Großbank UBS hat eine Schweizer Parlamentskommission Lockerungen vorgeschlagen. Demnach könnte die UBS ihre ausländischen Tochtergesellschaften statt wie von der Regierung mit 100 nur mit 50 Prozent hartem Kernkapital (CET1) unterlegen.
Nach dem Plan der Kommission soll die UBS das harte Kernkapital auf dem aktuellen Niveau belassen können und stattdessen mehr der für die Bank günstigeren sogenannten AT1-Anleihen halten.
Sowohl die Schweizer Großbank als auch das Schweizer Finanzministerium kritisierten jedoch den Vorschlag. Die UBS bezeichnete die vorgeschlagene Abschwächung des Kapitalvorstoßes der Regierung als nicht ausreichend. Die Bank kritisierte die weiter drohende Kostenbelastung. Demnach müsste sie rund 13 Milliarden Dollar an zusätzlichem Tier-1-Kapital - der obersten Kapitalstufe einer Bank - halten, rechnete die UBS vor. „Dies würde eine erhebliche Verschärfung der Schweizer Kapitalanforderungen bedeuten, die bereits jetzt zu den strengsten der Welt gehören.“ Die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter sieht dagegen in dem Vorstoß eine klare Abweichung von den Regierungsvorgaben. „Das ist keine Verbesserung der Situation, ganz im Gegenteil“, erklärte sie.
Der Aktienkurs der UBS hat seit März mehr als 40 Prozent zugelegt. Trotz der anhaltenden Diskussion äußerten sich Analyten positiv über den Vorschlag der Parlamentsdiskussion, weil er zeige, dass der Gesetzgebungsprozess zugunsten der Kapitalstruktur der Bank voranschreite, wie es RBC formulierte.
Fazit
Die US-Bank JPMorgan sieht in einem "Worst-Case-Szenario" für die UBS einen zusätzlichen Kapitalrückstellungsbedarf von 8 Milliarden US-Dollar, um die gesetzlichen Anforderungen an die harte Kernkapitalquote (CET1) zu erfüllen. Positiv sei dank einer exzellenten Integration von Credit Suisse die gute organische Kapitalgenerierung. Daher sei der 30-prozentige Bewertungsabschlag der Aktie übertrieben. Dieser sollte sich verringern, sobald es mehr Klarheit bezüglich der "Endlos-Saga" um die Kapitalausstattung gebe.