Die Parfümeriekette kämpft weiter mit herausfordernden Geschäften und versucht nun, strategisch gegenzusteuern. Die schwächere Entwicklung zuletzt veranlasst den Konzern jedoch, die Jahresziele noch weiter zu reduzieren. Bei Investoren herrscht Ernüchterung, die Aktie markiert ein neues Tief.
Anhaltende makroökonomische Unsicherheiten und eine hohe Preissensibilität der Verbraucher bremsen Douglas aus. Im laufenden dritten Quartal (bis Ende Juni) blieb die Entwicklung bislang hinter der Erwartung, teilte das SDAX-Mitglied mit. "Das Kaufverhalten der Kundinnen und Kunden und die Marktbedingungen haben sich spürbar verändert", konstatierte Konzernchef Sander van der Laan.
Die Düsseldorfer wollen mit strategischen Maßnahmen gegensteuern. Unter anderem auf der Agenda: Stärkerer Fokus auf Differenzierung, Exklusivität und Preisgestaltung. Dazu reagiert Douglas auf eine schwächere Entwicklung im stationären Handel. Die Filialen verzeichneten auf vergleichbarer Fläche zuletzt Rückgänge, während der Onlinehandel besser wachsen konnte und eine „solide Profitabilität“ zeigte. Entsprechend verlagert der Konzern Investitionen vom Filialgeschäft in den Onlinebereich, will zudem die Digitalisierung beschleunigen.
Einige dieser Maßnahmen werden bereits kurzfristig positive Ergebnisse liefern, andere brauchen mehr Zeit, bis sie Wirkung zeigen
Prognose sinkt nochmal
Da die Maßnahmen mitunter nicht sofort helfen und die Geschäftsentwicklung zuletzt schwächer ausfiel, muss der Konzern die Ziele für das Geschäftsjahr (bis Ende September) erneut nach unten korrigieren. Umsatzseitig rechnet Douglas bestenfalls noch mit einem Wachstum von einem Prozent, nur geringfügig weniger als zuletzt in Aussicht gestellt. Auch die Profitabilität fällt wohl nicht wie erhofft aus: Für die operative Marge (bereinigtes Ebitda) rechnet Douglas nun mit rund 15 Prozent. Bei der Anpassung der Prognose Ende April wurde die Zielsetzung bereits von „rund 16,5“ auf etwa 16 Prozent gesenkt. Im letzten Geschäftsjahr erreichten die Düsseldorfer noch 16,8 Prozent.
Darüber hinaus zeigt sich das Management für die erwartete Nettoverschuldung vorsichtiger: Zum Bilanzstichtag Ende September soll diese nun beim 3,0 bis 3,5-Fachen des bereinigten Ebitda liegen. Zuletzt plante der Konzern maximal mit dem Dreifachen des bereinigten Ebitda.
Aktie auf Rekordtief
Anleger reagierten enttäuscht auf die erneute Kürzung der Prognose. Die Aktie verlor in der Folge rund sieben Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang im März 2024. Damals ausgegeben zu 26 Euro, büßte das Papier seither mehr als zwei Drittel des Werts ein.
Im Jahresverlauf hatte der Konzern die Prognose schon einmal reduziert. Wertminderungen, unter anderem bei der französischen Tochter NOCIBÉ sowie bei der Marke Parfumdreams, führten im zweiten Quartal zu deutlichen Nettoverlusten. Dazu spürte Douglas bereits Auswirkungen von geopolitischen Unsicherheiten, höherer Inflation und gestiegenen Energiekosten.
Fazit
Das aktuelle Marktumfeld stellt sich herausfordernd dar und schlägt sich in Ergebnissen und Prognosen des Konzerns wieder. Die Aktie notiert auf einem Rekordtief. Douglas versucht, mit Maßnahmen gegenzusteuern, diese brauchen mitunter aber Zeit. Details dazu soll es mit dem Quartalsbericht am 12. August geben. Trotz des gesunkenen Kursniveaus drängt sich ein Einstieg im Moment nicht auf.