Der Nahrungsmittelkonzern liefert durchwachsene Ergebnisse und rutschte im abgelaufenen Jahr auch noch in die roten Zahlen. Bei der geplanten Aufspaltung in zwei separate Börsenkonzerne lässt Kraft Heinz seine Bemühungen erstmal ruhen. Die Aktie muss derweil spürbare Verluste hinnehmen.
Der unter anderem für Ketchup bekannte Lebensmittelkonzern hat das vergangene Jahr durchwachsen beendet. Im Schlussquartal ging der Umsatz gegenüber Vorjahr um 3,4 Prozent auf 6,35 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten im Schnitt etwas mehr Umsatz auf dem Zettel. Organisch stand ein Minus von 4,2 Prozent.
Dabei musste der Konzern auch Einbußen bei der Marge hinnehmen. Gestiegene Rohstoff- und Produktionskosten sowie höhere Werbeausgaben belasteten. Unter dem Strich brach der Nettogewinn um fast 70 Prozent ein. Auf bereinigter Basis verdiente Kraft Heinz 67 US-Cent pro Aktie. Dies war zwar rund ein Fünftel weniger als vor einem Jahr, aber mehr, als von Analysten im Schnitt erwartet.
Milliardenverlust
Für das Gesamtjahr 2025 wies der Konzern einen Umsatzrückgang von 3,5 Prozent aus. Die Profitabilität büßte ein. Das Management verwies auf einen ungünstigen Verkaufsmix, gestiegene Werbeausgaben oder erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten. Auch höhere Preise konnten dies nicht kompensieren.
Unter dem Strich verbuchte Kraft Heinz für 2025 einen Nettoverlust von rund 5,8 Milliarden Dollar. Ein Jahr vorher stand noch ein Gewinn von 2,7 Milliarden Dollar. Ursache für den Fehlbetrag seien vor allem nicht zahlungswirksame Wertminderungsverluste. Auf bereinigter Basis sank das Nettoergebnis um 15 Prozent auf 2,60 Dollar je Papier.
Schwache Aussichten
Besserung sieht der Konzern vorerst nicht. Für das neue Jahr stellt der Vorstand einen organischen Umsatzrückgang zwischen 1,5 und 3,5 Prozent in Aussicht. Ein Prozentpunkt davon entfalle auf reduzierte Leistungen aus dem US-Regierungsprogramm SNAP (Supplemental Nutrition Assistance Program), mit dem einkommensschwache Haushalte beim Kauf von Lebensmitteln unterstützt werden.
Das operative Ergebnis soll spürbar sinken, unter anderem durch höhere Investitionen. Für den bereinigten Gewinn traut sich Kraft Heinz zwischen 1,98 und 2,10 Dollar je Papier zu, nach 2,60 Dollar pro Aktie im abgelaufenen Berichtszeitraum. Sowohl für den Umsatz als auch für das bereinigte Ergebnis pro Aktie zeigt sich der Konzern damit deutlich pessimistischer als von den Analysten erwartet.
Pause bei Aufspaltung
Neben Zahlen gab es für Anleger weitere Nachrichten: Die Vorbereitungen für die angekündigte und für dieses Jahr geplante Aufspaltung in zwei eigenständige Börsenkonzerne werden erstmal pausiert. Die im vergangenen Jahr vorgestellten Pläne sehen vor, sich in zwei Einheiten aufzuspalten. Ein Teil soll das globale Geschäft mit Saucen, Gewürze und weiteren Produkten halten, der andere Teil soll die nordamerikanischen Marken für Grundnahrungsmittel umfassen.
Der Vorstand will mit der Pause auch weitere Synergieverluste vermeiden. Konzernchef Steve Cahillane, seit dem Jahreswechsel an der Spitze, will den Konzern zu profitablem Wachstum zurückbringen und bewertet die Herausforderungen als „lösbar und innerhalb unserer Kontrolle“. Statt der zeitnahen Trennung der Geschäftsbereiche fließt nun Geld in das US-Geschäft. Zusätzliche 600 Millionen Dollar sollen in Marketing, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung investiert werden.
Aktie dreht ins Plus
An der Börse sorgen die Meldungen zunächst für wenig Appetit. Die Papiere verloren zeitweise rund sieben Prozent und näherten sich damit wieder dem Mehrjahrestief aus dem Januar. Dieses resultierte aus der Ankündigung, wonach Berkshire Hathaway den vollständigen Ausstieg bei Kraft Heinz erwäge. Die Investmentgesellschaft von Warren Buffett ist größter Anteilseigner, hält mehr als ein Viertel der Aktien. Die Börsenlegende hatte sich im vergangenen Jahr enttäuscht über die Aufspaltungs-Pläne geäußert, da ein solcher Schritt die grundlegenden Probleme des Konzerns nicht löse. Im Tagesverlauf schaffte es das Papier aber sogar wieder auf grünes Terrain
.Analysten von Jefferies bewerteten die heutigen Ankündigungen, die Aufspaltung zu pausieren und stattdessen erstmal in das US-Geschäft zu investieren, als „großen Neustart“. „Wir begrüßen diese Neuerung, können jedoch ihre Wirksamkeit noch nicht einschätzen“, schrieben die Experten der Investmentbank.
Fazit
Die operative Entwicklung bleibt schwierig, Zahlen und Ausblick begeisterten nicht. Die Pause bei der geplanten Aufspaltung ist ein zweischneidiges Schwert: Die Transaktion könnte Wert schaffen, nun steht hier erstmal ein Fragezeichen. Andererseits hatte die Ankündigung des Schritts weder bei der Aktie noch bei Profis wie Warren Buffett für wirkliche Begeisterung gesorgt.
Mit Steve Cahillane hat zum 1. Januar ein ehemaliger CEO von Kellanova das Zepter übernommen und setzt auf Maßnahmen wie Investitionen in das Geschäft. Ob er den Konzern zu profitablem Wachstum zurückführen kann, wird sich zeigen. Ob und wann die Aufspaltung erfolgt, bleibt ebenfalls abzuwarten. Ein Kauf drängt sich daher nicht auf.