Es gilt, neben dem Markt für Abnehmpräparate, als eines der Wachstumsfelder im Pharma-Sektor: Medikamente zur Behandlung von Alzheimer. Einen der aussichtsreichen Kandidaten entwickelt Eli Lilly. Ihm trauen Analysten eine dominante Marktposition zu. Heute findet ein richtungsweisendes Meeting der US-Aufsicht statt.

Der für den heutigen Montag angesetzten Sitzung des beratenden Ausschusses für Arzneimittel für das periphere und zentrale Nervensystem der US-Gesundheitsbehörde FDA ist die Aufmerksamkeit von Eli Lilly und deren Aktionären gewiss. Es geht um nichts Geringeres als einen der Hoffnungsträger des US-Pharma-Konzerns: Donanemab, einen Medikamentenkandidaten zur Behandlung von Alzheimer. Die FDA hatte den Ausschuss im März angerufen, nachdem ursprünglich schon für Ende 2023 mit einer Entscheidung über die Zulassung gerechnet wurde.

Unter anderem dürfte es Fragen zum Design der Phase-III der „Trailblaze-ALZ 2“-Studie gegeben haben. Eli Lilly hatte bei der Auswahl der Teilnehmer auf mittels PET-Scans ermittelte Tau-Werte gesetzt. Das Tau-Protein ist ein wichtiges Strukturprotein im Gehirn und stabilisiert die Nervenzellen. Darüber hinaus herrscht dem Vernehmen nach bei der Behörde Erklärungsbedarf, wieso von Seiten des Unternehmens während der Durchführung der Studie der primäre Endpunkt geändert wurde.

Donanemab ist ein Anti-Amyloid Monoklonaler Antikörper. Das Protein Amyloid kommt im menschlichen Gehirn natürlich vor. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch dessen Konzentration und im Gehirn aller Alzheimer-Patienten lassen sich Amyloid-Klumpen, sogenannte Plaques, nachweisen. Die Phase-III-Studie zu Donanemab kam zu dem Ergebnis, dass das Präparat bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung die Verschlechterung auf der integrierten Alzheimer-Bewertungsskala (iADRS) um 60 Prozent und auf der Clinical Dementia Rating-Sum of Boxes (CDR-SB) um 46 Prozent verlangsamte.

Das Eli Lilly-Präparat wäre erst das dritte FDA-zugelassene Medikament zur Behandlung von frühem Alzheimer nach „Leqembi“ und „Aduhelm“. Analysten gehen davon aus, dass der Konzern in dem Segment eine ähnlich dominante Marktposition einnehmen könnte wie im Bereich der Adipositas-Präparate mit Mounjaro und Zepbound. Laut GlobalData könnte Donanemab bis 2029 einen Umsatz von 5,37 Milliarden Dollar erreichen. Den Gesamtmarkt taxieren die Analysten bis 2030 auf 13,7 Milliarden Dollar.

Eli Lilly and Company (WKN: 858560)

Fazit

Mit Blick auf Donanemab ist der heutige Tag ein Tag der Wahrheit für Eli Lilly. Die Zulassung gilt in Branchenkreisen jedoch als wahrscheinlich. Auch deshalb ist bei den Anlegern keine Spur von Verunsicherung zu beobachten: Die Aktie des Pharma-Riesen markierte am Montag ein neues Xetra-Allzeithoch bei 798,90 Euro und notiert am frühen Nachmittag rund ein Prozent im Plus.