Im durchwachsenen Marktumfeld kann Delivery Hero Boden gutmachen. Eine positive Analystenstimme sorgt für deutlichen Aufwind: Barclays sieht mehr als 60 Prozent Kurspotenzial für den Plattform-Anbieter von Essensbestellungen. Um über fünf Prozent geht es mit dem MDAX-Wert zwischenzeitlich nach oben, die Aktie übernimmt sogar die Spitze im Index.

Die britische Investmentbank erhöht das Kursziel von 36,40 auf 39,40 Euro, weiterhin bleibt es bei der Einstufung "Overweight.“

Dabei hat Delivery Hero im letzten Jahr mit rund sieben Prozent Minus den Investoren wenig Freude bereitet. Immerhin hatte sich die Aktie vor wenigen Tagen wieder bis auf 27 Euro und damit in Richtung September-Hoch vorarbeiten können. Dann setzte sich allerdings der negative Trend weiter fort.

Rückenwind kam nun von Übernahmespekulationen in der Branche. Bereits im Dezember hatte das Unternehmen signalisiert, zur Steigerung seines Börsenwertes auch den Verkauf weiterer Geschäftsbereiche zu prüfen.

Auf diesen strategischen Spielraum verwies am Montag auch Andrew Ross von der Barclays Bank und reduzierte deshalb seinen bisherigen Bewertungsabschlag.

Der Plattform-Anbieter steht in einigen seiner wichtigsten Märkte, darunter Südkorea, Saudi-Arabien und den vereinigten Arabischen Emiraten unter starkem Wettbewerbsdruck. Zuletzt hatte man die Präsenz in unrentablen Ländern wie Thailand, Dänemark, Ghana, Slowenien und der Slowakei zurückgefahren.

Experte Ross traut den Aktien des Essenslieferdienstes nun Kurse von fast 40 Euro zu, was einem Potenzial von mehr als 60 Prozent entspricht. Zudem zeigt er sich optimistisch, was die regulatorische Lage der Tochter Talabat in Katar und Kuwait betrifft, und sieht darin mögliche Kurstreiber.

Talabat hatte auf Anordnung des Ministeriums für Handel und Industrie im September 2025 für eine Woche den Betrieb in Katar einstellen müssen. Der Vorwurf: Die Firma habe der Kundschaft „falsche und irreführende“ Informationen bereitgestellt. Das Ministerium hatte damals erklärt, die Entscheidung sei Teil seiner laufenden Bemühungen, die Marktaufsicht zu stärken und die Einhaltung der Vorschriften durch Dienstanbieter sicherzustellen. Man werde keine Verstöße tolerieren, die Verbraucherrechte gefährden oder das Geschäftsumfeld im Land beeinträchtigen.

Neben den Zahlen zum vierten Quartal, die das in Berlin ansässige Unternehmen Ende Februar veröffentlichen will, sind weitere wichtige Termine aus Sicht des Barclays-Experten die Hauptversammlung im Juni sowie das Ende der Frist für Großinvestor Prosus im August, eigene Anteile zu veräußern.

Delivery Hero (WKN: A2E4K4)

Fazit

Am Markt regt sich ein Hoffnungsschimmer. Die Zahlenvorlage Ende Februar dürfte spannend werden.

Enthält Material von dpa-AFX