Trotz des Krieges im Iran und weiterhin hoher Ölpreise elektrisiert das Zauberwort „Künstliche Intelligenz“ nach wie die Anleger. Der Facebook-Mutterkonzern Meta will sich zur Verwirklichung seiner Pläne rund um KI Rechenleistung sichern und schließt dazu einen Milliarden-Deal mit Nebius aus den Niederlanden. Die Aktie springt zweitstellig hoch.
Bis zu 27 Milliarden Dollar will der Konzern von Mark Zuckerberg über einen Zeitraum von fünf Jahren bei Nebius lassen.
Gemäß der Vereinbarung liefert Nebius fest reservierte Kapazitäten im Wert von zwölf Milliarden Dollar, verteilt auf mehrere Standorte. Der Start der größeren Bereitstellung ist ab Anfang 2027 geplant. Dabei soll es laut Unternehmen um einen der ersten größeren Einsätze von Nvidias neuer Vera Rubin-Hardware gehen, die speziell für KI-Workloads gedacht ist.
Zusätzlich hat Meta zugesagt, sich weitere frei verfügbare Rechenkapazität aus künftigen Nebius-Clustern zu sichern. Dabei geht es um bis zu 15 Milliarden Dollar über fünf Jahre.
„Wir freuen uns, unsere bedeutende Partnerschaft mit Meta auszubauen. Das ist Teil unserer Strategie, weitere große, langfristige Kapazitätsverträge zu sichern, um den Ausbau zu beschleunigen und das Wachstum unseres Kerngeschäfts im KI-Cloud-Bereich voranzutreiben“, kommentierte Arkady Volozh, Gründer und Nebius-Chef, in einer Stellungnahme.
Meta steht mit seinen Investitionen nicht allein da: Die großen Cloud- und Internetkonzerne investieren derzeit massiv, um genügend Infrastruktur für den KI-Boom aufzubauen.
Meta selbst spricht von AI-getriebenen Investitionen in einer Größenordnung von bis zu135 Milliarden Dollar in diesem Jahr. Zusammen mit anderen so genannten Hyperscalern wie Amazon, Alphabet und Microsoft könnten sich die Investitionen auf insgesamt bis zu 700 Milliarden Dollar summieren.
Für Nebius ist das Rückenwind, denn das Unternehmen hat sich als wichtiger europäischer Anbieter für KI-Cloud-Rechenleistung positioniert. Seit dem Börsengang in New York 2024 hat der Titel um mehrere hundert Prozent zugelegt.
Auch andere Schwergewichte sorgen bei den Niederländern für kräftigen Schub: Nvidia will zwei Milliarden Dollar in Nebius investieren, außerdem hat Microsoft bereits im vergangenen Herbst einen umfangreichen Deal zur Lieferung von Rechenkapazitäten mit den Amsterdamern geschlossen.
Analysten von der US-Bank Citi nehmen die Nebius-Aktie neu in ihre Bewertung mit auf. Die Experten des Instituts sehen zwar Chancen, verweisen aber zugleich auf das hohe Risiko, das bei einem stark wachstumsgetriebenen Infrastrukturplayer dazugehört.
Fazit
Der Meta-Deal ist nicht nur finanziell für Nebius von großer Bedeutung, sondern auch ein deutliches Signal: Die Niederländer unterstreichen damit, dass sie im Wettlauf um KI-Rechenkapazitäten in Europa ganz vorne mitspielen. Spekulationsfreudige Anleger sollten aber vor einem Einstieg eine Kursberuhigung abwarten.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft, Nvidia.