Die Aktie des Hamburger Biotech-Spezialisten Evotec zeigt sich am Vormittag deutlich erholt: Zwischenzeitlich legt das Papier um fast elf Prozent zu und gehört damit zu den stärksten Werten im SDAX. Seit dem Jahreswechsel verbucht die Aktie bereits ein plus von 20 Prozent.
Und das könnte noch nicht alles gewesen sein: Die Privatbank Berenberg nimmt die Bewertung von Evotec neu auf, und gleich zum Start empfiehlt Analyst Christian Ehmann die zum Kauf. Als Kursziel veranschlagt er zehn Euro – das wären gut 50 Prozent Kurspotenzial, ausgehend vom aktuellen Niveau.
Evotec genieße weltweit einen guten Ruf als Auftragsforschungsinstitut und decke für Pharmaunternehmen große Teile der Medikamentenentwicklung ab, so der Experte.
Ehmann betont, dass Evotec an einer besonders attraktiven Stelle im Markt positioniert sei: Die Branche verlasse sich zunehmend auf externe Forschungspartner, während gleichzeitig der Druck wachse, Entwicklungsprozesse kostengünstiger zu gestalten.
Unter diesen Voraussetzungen sieht der Analyst selbst bei einer Normalisierung der Nachfrage noch ausreichend Potenzial für steigende Bewertungen.
Nach einer schwierigen Phase will Evotec wieder Fahrt aufnehmen. Der im Dezember 2025 abgeschlossene Verkauf des Biologics Standorts in Toulouse und die Lizenzierung der eigenen Produktionstechnologie an Sandoz bringen dem Unternehmen potenziell über 650 Millionen Dollar ein. Gleichzeitig verschlankt Evotec sein Geschäftsmodell und konzentriert sich stärker auf seine Kernbereiche.
Für das Geschäftsjahr 2025 rechnet der Biotech-Spezialist mit Umsätzen zwischen 760 und 800 Millionen Euro, nach 797,0 Millionen Euro im Vorjahr. Das bereinigte Konzern-EBITDA soll 30 bis 50 Millionen Euro erreichen, Gegenüber dem Vorjahreswert von 22,6 Millionen Euro wäre das eine deutliche Verbesserung.
Fazit
Bei Evotec überwiegen immer noch die Unsicherheiten. Ein nachhaltiger charttechnischer Ausbruch ist dem Wert noch nicht gelungen.
Enthält Material von dpa-AFX