BASF will den Wettbewerber Evonik kaufen. Die Deutsche Bank ändert darum nun ihre Einschätzung der BASF-Aktie

Die Deutsche Bank hat die BASF-Aktie wegen der geplanten Übernahme des im MDAX gelisteten Wettbewerbers  Evonik neu bewertet.  Analystin Virginie Boucher-Ferte stufte die Aktie des Ludwigshafener Chemiegiganten von „Kaufen“ auf „Halten“ herab und senkte gleichzeitig das Kursziel von zuvor 60 Euro auf nun 53 Euro herab. 

Laut einem Bloomberg-Bericht, auf den sich die Analyse bezieht, soll BASF ein neues Angebot von rund 24 Euro je Evonik-Aktie vorgelegt haben – acht Prozent mehr als der vorherige Vorschlag von 22,15 Euro. Boucher-Ferte hält einen Zusammenschluss langfristig zwar für strategisch und finanziell sinnvoll. Doch Evoniks Kerngeschäft entspräche etwa einem Viertel des Kerngeschäfts von BASF. Ein Kauf dieser Größenordnung würde den Konzern komplexer machen und das Risiko bei der Umsetzung erhöhen.

Zudem würde BASF seine Abhängigkeit von Europa verstärken – einer Region, die die Analystin als strukturell wachstumsschwach und kostenintensiv einordnet. Auch passe ein Großkauf nur schwer zur bisherigen Linie des Konzerns: BASF hatte zuletzt die Vereinfachung des Portfolios, den Verkauf von Geschäften außerhalb des Verbunds und höhere Ausschüttungen an die Aktionäre betont.

"Wir gehen daher davon aus, dass die mögliche Transaktion die Aktie erheblich belasten dürfte, bis mehr Klarheit über den endgültigen Kaufpreis, die Finanzierung und die Folgen für die Ausschüttungen an die Aktionäre herrscht. Das kann fast zwölf Monate dauern", so die Analystin. Und selbst wenn der Deal nicht zustande kommt, sei das Thema damit nicht erledigt: Die Übernahmepläne hätten, wie der Titel einer früheren Analyse der Deutschen Bank  sinngemäß formulierte, „den Geist aus der Flasche gelassen“.

Hinweis auf Interessenkonflikte

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF