Der deutsche Industriegigant Siemens und der US-Chipriese Nvidia kooperieren bei der Künstlichen Intelligenz. Die Siemens-Aktie steigt auf ein Allzeithoch

Die Siemens-Aktie hat zum ersten Mal in ihrer langjährigen Geschichte die Marke von 253 Euro geknackt und so ein neues Allzeithoch markiert. Anleger feiern die Pläne einer stärkeren Kooperation des DAX-Konzerns mit dem KI-Überflieger Nvidia. Auf der Messe CES 2026 in Las Vegas haben die beiden Konzerne bekannt gegeben, ihre strategische Zusammenarbeit erheblich ausweiten zu wollen, um künstliche Intelligenz künftig noch stärker in industrielle Abläufe zu integrieren. Die Partnerschaft zielt darauf ab, ein sogenanntes „Industrial AI Operating System“ zu entwickeln, das die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktentwicklung über die Fertigung bis hin zur Wartung mit KI‑gestützter Intelligenz durchdringen soll. Mit dieser Plattform wollen die beiden Technologiekonzerne nicht nur bestehende Prozesse optimieren, sondern die industrielle Produktion grundlegend transformieren und zukunftsfähiger gestalten.

Siemens‑CEO Roland Busch betont die Tragweite dieses Vorhabens: „So wie einst die Elektrizität die Welt revolutionierte, befindet sich die Industrie heute im Wandel hin zu einer Ära, in der KI Produkte, Fabriken, Gebäude, Energie- und Transportsysteme antreibt. Künstliche Intelligenz in der Industrie ist nicht länger ein Feature, sie ist eine Kraft, die das nächste Jahrhundert prägen wird.“ Damit macht Busch deutlich, dass Siemens die Integration von KI nicht als Ergänzung, sondern als Kernbestandteil seiner industriellen Strategie versteht. Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen insbesondere die Entwicklung komplexer digitaler Zwillinge, KI‑gestützter Produktionsanlagen sowie adaptiver Fertigungssysteme, die es ermöglichen, Produktionsprozesse in Echtzeit zu steuern und zu optimieren. Als erstes Referenzprojekt dient das Siemens‑Elektronikwerk in Erlangen, wo die neuen Technologien praktisch umgesetzt und getestet werden sollen.

Auch Nvidia-Chef Jensen Huang unterstreicht die Bedeutung der Initiative und die Rolle der KI für die industrielle Zukunft: „Generative KI und beschleunigtes Computing haben eine neue industrielle Revolution ausgelöst und digitale Zwillinge von passiven Simulationen in die aktive Intelligenz der physischen Welt verwandelt. Unsere Partnerschaft mit Siemens ermöglicht es der Industrie, komplexe Systeme zuerst in Software zu simulieren und sie dann nahtlos in der physischen Welt zu automatisieren und zu betreiben.“ Huang verdeutlicht damit, dass es bei der Zusammenarbeit nicht nur um theoretische Modellierung geht, sondern um die praktische Umsetzung von KI‑gestützter Intelligenz in realen Fabriken. Ziel ist es, Produktionssysteme zu schaffen, die selbstständig reagieren, Prozesse anpassen und Engpässe erkennen, bevor sie überhaupt entstehen. Durch die Kombination von NVIDIAs KI‑Infrastruktur, Simulationsbibliotheken und Rechenleistung mit Siemens’ industrieller Hardware, Softwarelösungen und Branchenexpertise sollen Produktionsprozesse nicht nur effizienter, sondern auch nachhaltiger und widerstandsfähiger werden.

Ein zentraler Bestandteil der Initiative ist der Einsatz von digitalen Zwillingen, die virtuelle Modelle von Produkten, Anlagen oder ganzen Fabriken mit Echtzeitdaten verknüpfen. Dadurch können Produktionsabläufe simuliert, optimiert und vorhersehbar gesteuert werden, ohne den realen Betrieb zu unterbrechen. Siemens plant zudem die Einführung von sogenannten „Industrial AI Copilots“, die Produktionsmitarbeiter in Echtzeit unterstützen, Prozesse überwachen und Entscheidungen auf Basis präziser Analysen vorschlagen. Branchenanalysten sehen in dieser Kooperation einen entscheidenden Schritt hin zu einer tiefgreifenden Integration von KI in reale Industrieprozesse. Die digitale Intelligenz wird nicht mehr nur als Werkzeug zur Analyse genutzt, sondern übernimmt zunehmend direkte Steuerungsfunktionen in der physischen Welt. Dies eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, flexibler auf Marktanforderungen zu reagieren, Produktionskosten zu senken und gleichzeitig die Qualität und Nachhaltigkeit der Fertigung zu steigern.

Fazit

Die Partnerschaft mit NVIDIA stärkt Siemens als Vorreiter bei KI in der Industrie. Neue Technologien wie digitale Zwillinge und adaptive Produktionssysteme könnten die Fertigung effizienter, flexibler und nachhaltiger machen. Die Aktie hat bereits positiv reagiert und bietet langfristig Chancen für Anleger, die auf Digitalisierung und technologische Innovation setzen.

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia.