VW muss einen heftigen Einbruch beim Gewinn hinnehmen. Was die Deutsche Bank jetzt bei der VW-Aktie rät

Volkswagen muss in diesem Jahr deutlich mehr für den Konzernumbau bezahlen als bislang absehbar. Rund zehn Milliarden Euro an Sonderbelastungen drücken auf das Ergebnis und lassen die operative Marge des Autobauers 2026 voraussichtlich auf 0 bis 1 Prozent sinken. Noch vor wenigen Monaten hatte Volkswagen eine Marge von 4,0 bis 5,5 Prozent in Aussicht gestellt. Die Belastungen stammen unter anderem aus einer Wertberichtigung im Zusammenhang mit Porsche AG, Restrukturierungskosten sowie Abschreibungen auf Vermögenswerte in China. 

Besonders die Neubewertung von Porsche ist ein Warnsignal: Sie deutet darauf hin, dass Volkswagen seine Erwartungen an die künftigen Absatzvolumina des Sportwagenherstellers zurücknimmt. Hinzu kommen die Kosten für erweiterte Vorruhestandsprogramme und den geplanten Verkauf des Standorts Osnabrück.Auch das China-Geschäft bleibt ein zentraler Schwachpunkt. Volkswagen nennt die anhaltend schwierige Lage auf dem wichtigen Absatzmarkt erneut als Grund für die Prognosesenkung. Eine nachhaltige Erholung ist bislang nicht in Sicht. Vor allem im Premiumsegment wächst der Druck durch chinesische Anbieter, während die deutschen Hersteller gleichzeitig mit einem intensiven Preiswettbewerb und hohen Investitionen in Elektromobilität konfrontiert sind.

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Die Deutsche Bank sieht in der Gewinnwarnung dennoch keinen grundlegenden Einbruch des operativen Geschäfts. Nach ihrer Einschätzung verzerren die Sonderbelastungen das ausgewiesene Ergebnis erheblich. Bereinigt um die einmaligen Effekte dürfte demnach die operative Marge weiterhin bei rund vier Prozent liegen und damit in etwa den bisherigen Markterwartungen entsprechen.

Für die Finanzkraft des Konzerns ist aus Sicht der Analysten entscheidend, dass Volkswagen seine Ziele für den Cashflow und die Liquidität bestätigt hat. Der Autobauer rechnet im Automobilgeschäft weiterhin mit einem Netto-Cashflow von drei bis sechs Milliarden Euro und einer Netto-Liquidität von 32 bis 34 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank hält sogar das obere Ende der Cashflow-Spanne für erreichbar. Damit könnte Volkswagen trotz der hohen Restrukturierungskosten grundsätzlich zahlungsfähig bleiben und seine Dividendenpolitik fortsetzen.

Vor diesem Hintergrund bekräftigt die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung für die Volkswagen-Aktie und bestätigt das Kursziel von 115 Euro, das entspricht einem einem rechnerischen Aufwärtspotenzial von rund 50 Prozent. 

Hinweis auf Interessenkonflikte

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen.