Seit Wochen kursieren Übernahmespekulationen rund um das franzöische Biotech-Unternehmen Abivax. Der US-Pharmariese El Lilly soll interessiert sein. Nun kochen die Gerüchte erneut hoch: rund 15 Milliarden Euro wollen die Amerikaner angeblich für Abivax auf den Tisch legen. Die französische Aktie springt heute in der Spitze um bis zu 23 Prozent nach oben.

Erneut wartet die französische Zeitung La Lettre mit Informationen zu dem potenziell eingetüteten Deal auf. Demnach soll Eli Lilly dem Vorstand von Abivax zwar noch kein formelles Angebot vorgelegt haben, dennoch bleibe der Pharmakonzern weiterhin im Rennen um eine Übernahme. Das US-Unternehmen warte auf ein Signal aus dem französischen Wirtschafts- und Finanzministerium, um zu klären, ob der Kauf den französischen Kontrollverfahren für ausländische Investitionen unterliegen würde, schreibt die Zeitung, die auch den potenziellen Kaufpreis von bis zu 15 Milliarden Euro nennt.

Was macht das Unternehmen so wertvoll für Eli Lilly? Die Biotech-Schmiede entwickelt den oralen Wirkstoff Obefazimod, der sich in der klinischen Phase 3 befindet. Das Mittel soll zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eingesetzt werden.

In klinischen Studien zeigte sich das Mittel als gut verträglich. Es könnte Patienten helfen, die auf andere Therapien nicht ansprechen. Experten trauen dem Präparat großes kommerzielle Potenzial zu, immerhin dürfte der Markt für chronisch‑entzündliche Darmerkrankungen bis 2030 auf 30 Milliarden Dollar zulegen.

Abivax-CEO Marc de Garidel, der derzeit in den USA weilt, um die renommierte JPMorgan Healthcare Conference zu besuchen, zeigte sich gegenüber Bloomberg selbstbewusst: Die großen Pharma-Hersteller könnten Obefazimod nicht länger ignorieren. Das Medikament könne dem Manager zufolge „eines der am häufigsten verwendeten Produkte des nächsten Jahrzehnts“ werden.

ABIVAX SA EO -,01 (WKN: A14UQC)

Fazit

Die Übernahmegerüchte verdichten sich. Sollte sich herausstellen, dass nichts dran ist oder ein potenziell geplanter Deal nicht zustande kommen, wäre die Börse schwer enttäuscht.