Der Immobilienfinanzierer aus dem SDAX wird immer mehr zum Fass ohne Boden. Rückzug aus dem US-Geschäft noch teurer, Aktie sackt immer weiter ab. Doch ein Analyst sieht jetzt 90 Prozent Kurspotenzial.
Der Rückzug aus dem US-Geschäft kommt die Pfandbriefbank immer teurer zu stehen. 2025 rutschte der Immobilienfinanzierer noch tiefer in die Verlustzone als von Analysten erwartet, wie jetzt veröffentlichte vorläufige Zahlen zeigen. Vorstandschef Kay Wolf hatte zwar für 2026 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen angekündigt.
Die Transformation der Bank erfordere jedoch mehr Zeit als erwartet, auch wegen der schleppenden Markterholung, schränkte er jetzt ein. 2025 summierte sich der Vorsteuerverlust auf 205 (Vorjahresgewinn: 104) Millionen Euro. Für das laufende Jahr wird ein Vorsteuergewinn von 30 bis 40 Millionen Euro erwartet - deutlich weniger als von Analysten prognostiziert.
Die angestrebte Eigenkapitalrendite (RoTE) von acht Prozent für die Gesamtbank werde angesichts der Entwicklung nun für das Jahr 2028 angepeilt, ein Jahr später als geplant. Auch auf eine Dividende für 2025 müssen die Aktionäre verzichten. Die Aktie rutschte nach den neuen Hiobsbotschaften um weitere 13 Prozent ab. In den vergangenen zwölf Monaten hatte sie mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren.
Analysten sind gespalten. Während Oddo BHF am Montag das Kursziel für die Pfandbriefbank-Aktie von 4,40 Euro auf 3,70 Euro senkte und seine „neutral“- Einschätzung für die Aktie beibehielt, hat Warburg Research nach der Veröffentlichung der Eckzahlen seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von sieben Euro beibehalten. Bezogen auf den aktuellen Kurs entspricht das fast 90 Prozent Aufwärtspotenzial.
Fazit
Auch Warburg-Analyst Andreas Pläsier räumt ein, dass sich die Restrukturierung und Erholung des Immobilienfinanzierers nun wohl länger hinziehen werde als erwartet. Dennoch glaubt Pläsier offenbar an eine Turnaroundstory und sieht Potenzial im allmählichen Umsatzwachstum des europäischen Gewerbeimmobilienfinanzierungsgeschäfts. Das Bankhaus Metzler hat dagegen am Montag bei seiner Verkaufsempfehlung das Kursziel von 3,80 auf 3,20 Euro gesenkt.