Die Roche-Aktie erlebt einen holprigen Start in die Woche. Bei gleich zwei wichtigen Medikamentenprojekten muss der Konzern Rückschläge verkraften. Im aktuell ohnehin schwachen Marktumfeld rutschen die Papiere des Schweizer Pharmariesen deutlich ab. Die Kursgewinne seit Mitte Dezember sind damit wieder Geschichte.
Besonders im Fokus steht der Brustkrebs-Hoffnungsträger Giredestrant. Roche hatte sich viel von dem Medikament versprochen, Analysten zufolge sogar eine mögliche Spitzenposition unter den umsatzstärksten Produkten des Konzerns in Aussicht gestellt.
Doch in einer klinischen Studie erreichte Giredestrant die angestrebten Ziele als Standardbehandlung für Brustkrebs nicht. Das untergräbt die bisherigen hohen Erwartungen für einen Markt, der auf rund zehn Milliarden US-Dollar geschätzt wird.
Bernstein Research beließ die Einstufung zwar auf "Outperform" mit einem Kursziel von 395 Franken, nannte die Studiendaten aber "nicht gerade hilfreich". JPMorgan stuft die Aktie unverändert als "Neutral" mit einem Ziel von 350 Franken ein, die Grundlage für Umsatzerwartungen sei weggefallen, hieß es. Bei Jefferies bleibt es bei einer "Underperform"-Einstufung und einem Kursziel von lediglich 230 Franken.
Derweil hatten die Schweizer erst Ende der vergangenen Woche einen Dämpfer im Bereich der Abnehmmittel verkraften müssen.
Der in Zusammenarbeit mit dem dänischen Unternehmen Zealand Pharma entwickelte Wirkstoffkandidat Petrelintid zeigte in einer Phase-2-Studie zwar eine gute Gewichtsreduktion von über zehn Prozent und eine „Placebo-ähnliche“ Verträglichkeit. Die Ergebnisse blieben jedoch hinter den Erwartungen der Investoren zurück, die sich eine Gewichtsabnahme von mindestens zwölf Prozent erhofft hatten.
Zum Vergleich: Das Konkurrenzprodukt Eloralintid des US-Wettbewerbers Eli Lilly erreichte in einer ähnlichen Studie rund 16 Prozent Gewichtsreduktion.
Analysten von William Blair verorten Petrelintide aufgrund der geringeren Wirksamkeit daher eher in der Nische der Gewichtserhaltung.
Trotzdem planen Roche und Zealand Pharma, eine Phase-3-Studie für das Mittel noch in diesem Jahr zu starten. Die Aktien des Roche-Partners Zealand reagierten derweil mit einem zweistelligen Kurssturz auf die Studiendaten.
Roche hat in den letzten Jahren massiv in den Adipositas-Markt investiert, unter anderem mit einer Vorabinvestition von 1,7 Milliarden Dollar in Zealand Pharma im Frühjahr 2025 und der Übernahme von Carmot Therapeutics für 2,7 Milliarden Dollar im Dezember 2023.
Der Markt gilt als äußerst lukrativ, bis 2030 könnte er bis zu 150 Milliarden Dollar schwer sein. Allerdings ist er auch immer stärker umkämpft, derzeit haben Eli Lilly und Novo Nordisk aus Dänemark die Nase vorn. Roche hat aber das Ziel ausgerufen, in Sachen Adipositas-Therapie zu den größten drei Anbietern zählen zu wollen.
Fazit
Nach den jüngsten Rückschlägen hat sich das Chartbild deutlich eingetrübt.