Der Konzern schließt das abgelaufene Geschäftsjahr mit neuen Bestwerten ab. In einem für Rüstungswerte positiven Marktumfeld muss das Papier des Getriebespezialisten dennoch spürbare Einbußen hinnehmen. Investoren haben mitunter mehr erwartet. Die Aktie rutscht an das Ende des MDAX. 

Der abgelaufene Berichtszeitraum war für Renk ein Jahr der Bestwerte: Der Umsatz rückte um 19,8 Prozent vor und erreichte mit rund 1,37 Milliarden Euro einem neuen Rekord. Dazu landeten die Augsburger damit leicht über der Konsenserwartung der Analysten. 

Treiber war dabei das Verteidigungsgeschäft, auf das im vergangenen Jahr rund drei Viertel des Gesamterlöses entfielen. Renk bietet unter anderem Getriebe für militärische Kettenfahrzeuge wie den US-Schützenpanzer Bradley oder den deutschen Kampfpanzer Leopard 2 an. 

Das Vorsteuerergebnis (bereinigtes Ebit) legte leicht überproportional um 21,7 Prozent auf 230 Millionen Euro zu, die entsprechende Marge kam moderat auf 16,9 Prozent voran. Der Konzern verwies hier auf die operative Skalierung und Kostendisziplin. Unter dem Strich fuhr der Nettogewinn von 53 Cent auf 1,00 Euro pro Aktie vor. Auf der Hauptversammlung im Juni will der Vorstand eine von 42 auf 58 Cent je Aktie steigende Dividende vorschlagen.

Jahr der Rekorde

Die Nachfrage nach Lösungen für Fahrzeuge sowie im Marinegeschäft bleibt hoch und kompensiert Schwäche im Industriegeschäft. 2025 sammelte Renk Aufträge über 1,57 Milliarden Euro ein, neun Prozent mehr als 2024. Obwohl sich Aufträge über etwa 200 Millionen in das neue Jahr verschoben haben, stand für 2025 ein neuer Bestwert. Zum Jahreswechsel saß der Konzern auf Aufträgen über rund 6,7 Milliarden Euro.

„Wir verbuchen die höchsten Ergebnisse bei Umsatz, Auftragseingang und Auftragsbestand in unserer Unternehmensgeschichte“, zeigte sich Konzernlenker Alexander Sagel zufrieden. Neben Verschiebungen bei Aufträgen wurden die Augsburger auch vom zwischenzeitlichen Export-Embargo für Israel im Zuge des Gaza-Kriegs gebremst. 

Weitere Zugewinne voraus

Für das laufende Jahr erwarten die Augsburger weitere Zuwächse. Weil sich Bestellungen eben auch ins neue Jahr verschoben haben, kalkuliert Konzernchef Sagel heuer mit einem deutlich höheren Auftragseingang von rund zwei Milliarden Euro. Umsatzseitig visiert das MDAX-Mitglied „mehr als 1,5 Milliarden Euro“ an, gegenüber 2025 ein Plus von mindestens 9,8 Prozent. Analysten hatten hier im Schnitt 1,55 Milliarden Euro auf dem Zettel. 

Dazu soll das bereinigtes Ebit auf 255 bis 285 Millionen Euro zulegen, die durchschnittliche Markterwartung lag hier mit 263 Millionen Euro in der unteren Hälfte der Spanne. 

Renk (WKN: RENK73)

Aktie im Rückwärtsgang

Trotz guter Zahlen und eines ordentlichen Ausblicks setzte die Aktie des Getriebespezialisten zurück, verlor am Donnerstag zeitweise mehr als sieben Prozent und hielt die rote Laterne im MDAX. Analysten verwiesen mitunter auf den freien Cashflow, der im Schlussquartal etwas unter den Erwartungen geblieben sei. Dazu sei der Ausblick „zum jetzigen Zeitpunkt noch weit gefasst“, schrieben Experten der Investmentbank Jefferies. Kollegen der Citigroup spekulierten auch auf hohe Erwartungen für 2026, da Renk das abgelaufene Jahr am oberen Ende seiner Prognose abgeschlossen habe. 

Fazit

Das Geschäft läuft bei Renk. Die Bücher sind gefüllt, dazu sollen heuer weiter kräftig Aufträge hinzukommen. Der momentane Ausblick impliziert ein womöglich spürbar schwächeres Umsatzplus, allerdings auch vom gerade erst erzielten Rekordwert aus. Präzisiert Renk die Prognose im Jahresverlauf noch, dürfte dies bei Anlegern für mehr Sicherheit sorgen. Analysten sind für das Papier mehrheitlich zuversichtlich gestimmt, das Konsens-Kursziel liegt bei rund 70 Euro. 

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Renk.