Geopolitischer Paukenschlag zum Jahresauftakt. Der Angriff der USA auf den südamerikanischen Ölstaat sorgt weltweit für Aufregung. So reagieren die Märkte, das sagen Analysten.

Unabhängig davon, wie es nach dem US-Angriff weitergeht, sorgt die Attacke bereits für Spekulationen über mögliche Profiteure an den Börsen.

„Ziel von Donald Trump ist, die westliche Hemisphäre politisch, wirtschaftlich und militärisch unter US-Kontrolle zu bringen und damit den möglichen Einfluss von China und Russland zu verhindern", erläutert Christian Henke vom Broker IG Markets den geopolitischen Paukenschlag zum Jahresauftakt. Mit Venezuela habe Moskau den einzig verbliebenen Verbündeten in Südamerika verloren.

„Die Regierung in Washington macht keinen Hehl daraus, dass es überwiegend um die Ölreserven in Venezuela geht. Diese sollen nun unter US-Kontrolle fallen, mit dem Ziel, den Gewinn von Chevron & Co. künftig zu erhöhen", sagt Henke.

Der US-Energieriese Chevron gilt als stärkster Profiteur einer solchen Entwicklung, weil er der einzige große US-Konzern mit aktiven Joint-Ventures in Venezuela ist. Der Konzern könnte seine Produktion demnach direkt ausweiten. Aber auch der US-Ölkonzern ExxonMobile kann frühere Produktionsbeziehungen mit dem Land wiederbeleben. Voraussetzung ist allerdings eine Stabilisierung und rechtliche Klärung der Lage.

Der Ölförderspezialist Conoco Philips wiederum könnte wegen früherer Verstaatlichungen möglicherweise Rechtsansprüche gegen Venezuela anmelden und Rückzahlungen beanspruchen. Auch die Betreiber großer Raffinerien wie Valero Energy oder Infrastrukturkonzerne und Öldienstleister wie Schlumberger, Halliburton oder Baker Hughes gelten als potenzielle Gewinner bei der Wiederinbetriebnahme von Öl-Anlagen.

Fazit

Chevron wäre in der Tat mit seinen Förderkapazitäten vor Ort der größte Profiteur einer Wiederbelebung der Ölproduktion in Venezuela. Die Aktie reagierte positiv. Doch derzeit ist die politische und rechtliche Lage unsicher, und die Ölinfrastruktur des Landes ist in einem desolaten Zustand. Einige Analysten halten die Chevron-Aktie grundsätzlich für unterbewertet und empfehlen die Aktie unter fundamentalen Gesichtspunkten. Riskant. 


Chevron Corporation (WKN: 852552)