Die Sportwagenschmiede hat das abgelaufene Geschäftsjahr stärker beendet als erwartet und blickt überdies mit Zuversicht auf den neuen Berichtszeitraum. Dazu enthüllt Ferrari mehr Details zu seinem ersten Stromer. Investoren reagieren zufrieden, nach einer Schwächephase fahren die Anteilsscheine deutlich vor.
Das Rekordhoch aus dem vergangenen Frühjahr ist bei der Aktie des Sportwagenbauers zuletzt in immer weitere Ferne gerückt. Mit seinen heute kommunizierten Quartals- und Jahresergebnissen sorgten die Italiener derweil zumindest wieder für etwas Vortrieb.
Im Schlussquartal übergab der Konzern 3.152 Fahrzeuge, 173 weniger als in der Vorjahresperiode. Der Umsatz legte dennoch um rund vier Prozent zu und landete mit 1,8 Milliarden Euro leicht vor der Konsenserwartung der Analysten. Der operative Gewinn (Ebit) verbesserte sich um etwa zehn Prozent, die entsprechende Marge weitete sich um 1,5 Prozentpunkte auf 28,5 Prozent aus. Beides lag über den Erwartungen.
Weniger Autos, mehr Gewinn
Im Gesamtjahr lieferte Ferrari 13.640 Autos aus, 112 Einheiten weniger als 2024. Schwächer lief es in China sowie der Region Americas. Nach Konzernangaben wurde der Absatz bewusst weitgehend stabil gehalten, um den umfangreichen Modellwechsel zu erleichtern, der sich auch 2026 fortsetzen soll.
Der Umsatz stieg dennoch um rund sieben Prozent auf 7,15 Milliarden Euro. Dazu trugen unter anderem ein günstigerer Produkt- und Ländermix, Personalisierungen sowie Sponsoring bei. Die operative Marge (Ebit) rückte so im Jahresvergleich um 1,2 Prozentpunkte auf 29,5 Prozent vor und sorgte für einen um zwölf Prozent höheren Vorsteuergewinn. Neben dem Produktmix trugen dazu beispielsweise auch die Aktivitäten im Rennsport- und Lifestyle-Bereich bei. Unter dem Strich legte der bereinigte Nettogewinn von 8,46 auf 8,96 Euro pro Aktie zu.
Ausblick kommt an
Nachdem die auf dem Kapitalmarkttag im Oktober vorgestellten Mittelfristziele den Markt nicht begeistern konnten, dürften Anleger heute noch genauer auf die Prognose geblickt haben. „Unser Auftragsbestand reicht bis Ende 2027“, erklärte Konzernlenker Benedetto Vigna. Im neuen Jahr peilt Ferrari einen Umsatz von rund 7,5 Milliarden Euro an, ein Anstieg um etwa fünf Prozent. Dies liegt im Rahmen der Markterwartungen. Dabei steht eine umfassende Modellumstellung auf dem Plan.
Operatives Ergebnis (Ebitda) und Vorsteuerergebnis (Ebit) sollen bei mindestens stabilen Margen jeweils zulegen. Unter dem Strich nimmt sich der Konzern nach 8,96 Euro im abgelaufenen Jahr heuer einen bereinigten Nettogewinn von mindestens 9,45 Euro pro Aktie vor. Dabei hilft auch der im Januar gestartete Aktienrückkauf.
Aktie im Vorwärtsgang
Bei Investoren sorgten Zahlen und Ausblick für Entspannung. Die Papiere legen heute zeitweise rund zehn Prozent zu und führen damit den EURO STOXX 50 an. Seit dem Rekordhoch aus dem Februar 2025 liegen die Anteilsscheine aber noch immer rund 35 Prozent hinten.
Es werde Licht
Bereits zum Wochenstart enthüllte Ferrari in San Francisco mehr Details zu seinem ersten vollelektrischen Sportwagen. Bislang unter dem Codenamen „Elettrica“ behandelt, gab der Konzern nun bekannt: Das Modell wird Ferrari Luce („Licht“) heißen.
Die Italiener präsentieren das Modell schrittweise. Im Oktober enthüllte der Konzern bereits technische Einzelheiten wie das Chassis, nun wurden auch Details des Innenraums wie Displays, Lenkrad und Bedienelemente veröffentlicht. Bei der Gestaltung arbeitete der Konzern auch mit LoveFrom zusammen, einem Kollektiv von Designern rund um dem früheren Apple-Designchef Jony Ive.
Fazit
Ferrari hat die Erwartungen bei Zahlen und Prognose jeweils mindestens erfüllt. Neue Modelle, volle Bücher und eine hohe Profitabilität sprechen für den Titel. Weil die für 2030 kommunizierten Ziele die mit der höheren Bewertung einhergehenden Erwartungen nicht erfüllen konnten, hat die Aktie korrigiert, die Bewertung ist aber weiterhin nicht günstig. Analysten rufen momentan ein durchschnittliches Kursziel von rund 375 Euro auf. Investierte Anleger bleiben bei der Sportwagenschmiede dabei.