Der Textilkonzern setzt sein Wachstum trotz eines schwierigeren Konsumumfelds im ersten Halbjahr fort, bekommt aber auch die Auswirkungen geopolitischer Verwerfungen zu spüren. Die erfolgsverwöhnten Investoren hatten derweil auf gefälligere Ergebnisse gehofft, die Anteilsscheine büßen auf hohem Niveau ein.

Der spanische Textilkonzern bleibt auf Wachstumskurs. Durch eine weitere Umsatzsteigerung im zweiten Quartal kletterte der Umsatz in der ersten Jahreshälfte (bis Ende Juli) auf 19,75 Milliarden Euro. Dies übertraf die Vorjahresperiode um 7,6 Prozent. Währungsbereinigt stand ein Plus von 9,2 Prozent. Dabei trotzte der Konzern einem durch Unsicherheiten und Inflation anspruchsvollen Konsumumfeld. 

Zu Inditex gehören die Marken Zara, Zara Home, Pull & Bear, Massimo Dutti, Bershka, Lefties, Stradivarius und Oysho. Auf den Bereich Zara (Zara, Zara Home & Lefties) entfielen, ähnlich wie vor einem Jahr, etwa 70 Prozent des Konzernumsatzes. Dazu erzielten die Spanier wieder rund zwei Drittel der Erlöse in Europa. 

Seine Profitabilität konnte der Konzern in der ersten Jahreshälfte verteidigen, die Bruttomarge fiel mit 58,7 Prozent sogar 0,4 Prozentpunkte höher aus als im Vorjahreszeitraum. Konzernlenker Óscar García Maceiras sprach entsprechend von „exzellenten Ergebnissen“.

Ergebnis hinter Erwartungen

Dabei war die Zara-Mutter jedoch nicht immun gegen Herausforderungen: Für das zweite Quartal allein verbuchte der Konzern eine Bruttomarge von 56,7 Prozent und blieb damit leicht hinter der Markterwartung. Das Management verwies auch auf gestiegene Kosten aufgrund des Kriegs in Nahost. Dieser verteuerte beispielsweise Transport und Produktion. 

In Summe blieb für die ersten sechs Monate ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 3,8 Milliarden Euro. Analysten hatten hier 3,9 Milliarden Euro auf dem Zettel gehabt. Die entsprechende Marge verharrte im Jahresvergleich bei 19,5 Prozent. Unter dem Strich standen 6,8 Prozent mehr Nettogewinn, der Überschuss legte von etwa 90 auf rund 96 Cent je Aktie zu. 

Der Start in die zweite Hälfte des Geschäftsjahres verlief ermutigend: Zwischen Anfang August und 7. September fiel der Umsatz währungsbereinigt etwa neun Prozent höher aus als vor einem Jahr. 

Marge soll stabil bleiben

Die Ziele für das Geschäftsjahr bleiben: Der Konzern visiert ein Wachstum der Brutto-Verkaufsfläche von rund fünf Prozent an. Zum Bilanzstichtag Ende Juli hat Inditex die Anzahl seiner Geschäfte im Jahresvergleich um 1,5 Prozent reduziert. Lediglich die Marke Lefties, die gezielt das niedrige Preissegment adressiert, verfügt über mehr Stores als vor einem Jahr. Mit der morgigen Eröffnung eines Ladens in Curacao ist Inditex dann in 99 Märkten mit physischen Geschäften vertreten.  

Die Bruttomarge soll gegenüber dem Vorjahr weitgehend stabil bleiben. Dazu kalkuliert der Vorstand weiterhin mit Investitionsausgaben (CapEx) von etwa 2,3 Milliarden Euro. 

Inditex (WKN: A11873)

Aktie setzt zurück

Investoren hatte beim Zahlenwerk auf etwas mehr gehofft, wohl auch hinsichtlich Profitabilität und Gewinnentwicklung zuletzt. Die Aktie verliert heute rund fünf Prozent. Mitte August erst markierte das Papier bei etwas über 59 Euro ein Rekordhoch. 

Analysten reagierten weitgehend gelassen. US-Bank JP Morgan sah „solide Ergebnisse“, verwies auf ein starkes Handelsgeschäft und ruft ein Kursziel von 60 Euro auf. Kollegen der Deutschen Bank wiesen auf ein durchwachsenes zweites Quartal und Kostendruck hin, ihr Kursziel liegt jedoch ebenfalls bei 60 Euro. Noch optimistischer ist Jefferies mit einem Zielkurs von 67 Euro. Der Finanzdienstleister hob das beeindruckende Wachstum hervor, trotz eines Ebit hinter den Erwartungen. 

Fazit

Die Zahlen fielen robust aus, vor allem was Umsatzwachstum scheint auf Kurs. Höhere Kosten drücken auf das Ergebnis, der Konzern erwartet bei der Bruttomarge aber weiterhin eine stabile Entwicklung. Die Aktie verliert heute auf hohem Niveau. Anleger halten an der Aktie fest.