Trotz ordentlicher Geschäfte soll es für das abgelaufene Jahr keine Ausschüttung geben. Die Aktie gibt weiter ab.

Böse Überraschung für Aktionäre von BaWa: Der Konzern, engagiert in den Bereichen Agrar, Energie und Bau, will im laufenden Jahr keine Dividende zahlen. Das gaben die Münchner in einer Ad-Hoc-Mitteilung bekannt. Auf der Hauptversammlung am 11. Juni soll den Anteilseignern entsprechend vorgeschlagen werden, die Ausschüttung für das abgelaufene Geschäftsjahr auszusetzen.

Schuld daran sollen aber nicht schlechte Geschäfte sein. Die operative Entwicklung sei zufriedenstellend, heißt es von der BayWa. Der Vorstand begründet die geplante Aussetzung mit Zinsbelastungen und der Steuerquote, wodurch das Konzernergebnis belastet wurde. Mit dem Entfall der Dividende soll die Eigenkapitalbasis gestärkt werden. Detaillierte Zahlen zum abgelaufenen Jahr will der Konzern am 28. März vorlegen.

BayWa (WKN: 519406)

Weitere Kursverluste

Im vergangenen Jahr konnten sich Anleger neben der regulären Dividende von 1,10 Euro zusätzlich über eine Sonderausschüttung von zehn Cent je Aktie freuen. Logischerweise kommt der Vorschlag bei Investoren nicht gut an, die Aktie notiert zur Stunde rund drei Prozent im Minus. Die Papiere setzen damit ihre Schwäche fort, verloren in den vergangenen zwölf Monaten rund ein Drittel im Wert. 

Unter anderem wirkten sich gesunkenen Preise bei Roh- und Baustoffen negativ aus. Nach den ersten drei Quartalen standen unter dem Strich rote Zahlen. 

Hinzu kamen hausgemachte Probleme: Anfang des Jahres sorgte ein Machtkampf zwischen dem damaligen Aufsichtsratschef Klaus Josef Lutz und dem Unternehmenschef Marcus Pöllinger für Irritationen (€uro am Sonntag berichtete, Ausgabe 04/2024). Anlass waren mutmaßliche Compliance-Verstöße. Schlussendlich nahm Lutz seinen Hut. 

Fazit

Für die BayWa-Aktie ist es ein erneuter Dämpfer. Investoren zeigen sich enttäuscht. Bei der letzten Zahlenvorlage hatte das Management bereits darauf verwiesen, dass sich das gute operative Ergebnis aufgrund höherer Zinsaufwendungen wohl nicht im Konzernüberschuss widerspiegeln würde. Angesichts der zu erwartenden Verluste ist die gestrichene Dividende längerfristig womöglich sinnvoll. Anleger richten den Blick nun auf Zahlen und Ausblick am 28. März.