Die Deutsche Bank will an die Spitze der europäischen Bankenindustrie. Das hat Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts angekündigt. In einer Kategorie hat das größte deutsche Geldhaus dieses Ziel schon erreicht.

Auf der Hauptversammlung hat sich die Führung der Deutschen Bank vielen kritischen Fragen stellen müssen. Viele Aktionäre machten sich Sorgen über die Bewertung am Kapitalmarkt. Der Aktienkurs hat seit Jahresbeginn auch im Branchenvergleich überdurchschnittlich stark gelitten. Die Aktie notiert wieder unter dem Buchwert.

2025 hatte die Bank einen Rekordgewinn von 9,7 Milliarden Euro erzielt und sich höhere Ziele gesetzt. „Doch die Skepsis am Markt ist wieder da“, stellte die Fondsgesellschaft Deka angesichts der Kursentwicklung ernüchtert fest. Viele Investoren misstrauten den neuen Zielen des Geldhauses. Der Ertragsmix wecke ebenso Zweifel wie die Kostendisziplin.

Für besondere Kritik sorgte auf dem Aktionärstreffen vor diesem Hintergrund das Jahresgehalt des Deutsche-Bank-Aufsichtsratschefs Alexander Wynaendts, das um 47 Prozent auf 1,4 Millionen Euro steigen soll. Der aus den Niederlanden stammende Manager wird damit zum ersten Einkommensmillionär in einem deutschen Aufsichtsrat. Wynaendts war zuletzt mit 950000 Euro bereits bestbezahlter deutscher Chefkontrolleur, gefolgt von Michael Diekmann (Allianz, 758000 Euro), Hans Dieter Pötsch (VW, 711000 Euro) und Jim Hagemann Snabe (Siemens, 612000 Euro).

Die Fondsgesellschaften Deka und Union Investment kritisierten auf der Hauptversammlung das hohe Gehaltsplus bei Wynaendts. Die Steigerung sei „definitiv zu hoch und fällt auch im Vergleich zu anderen großen DAX-Unternehmen und europäischen Großbanken aus dem Rahmen“, sagte Deka-Vertreter Andreas Thomae.

Fazit

Die Bank verweist dagegen darauf, dass die Vergütung „wettbewerbsfähig sein muss mit Blick auf die Gewinnung und Bindung hochqualifzierter Aufsichtsräte“. Wynaendts sagte in seiner Rede, die Deutsche Bank wolle nun „die Spitze der europäischen Bankenindustrie in Angriff nehmen.“ Zumindest beim Gehalt des Aufsichtsratschefs hat das Institut diese Top-Position bereits erreicht.

Deutsche Bank (WKN: 514000)